Geht es um HR und nicht um Lohn? Dafür gibt es HRklar, dasselbe Team. Nur HR? Macht HRklar. Zu HRklar

Kurzfristige Beschäftigung 2026: 70-Tage-Regel, Abgaben & Arbeitgeberpflichten

Kurzfassung

Kurzfristige Beschäftigung 2026: 70 Arbeitstage oder 3 Monate, SV-Freiheit, Pauschalversteuerung 25% und wann Berufsmäßigkeit droht.

Saisonkräfte, Aushilfen bei Messen, Studierende in den Semesterferien, Rentner die aushelfen, für all diese Fälle gibt es die Kurzfristige Beschäftigung. Kein Verdienst­limit, kein Minijob-Konto, keine Sozialversicherungsbeiträge. Klingt einfach. Ist es aber nicht, weil an den Rändern genug Fallstricke lauern: Was ist ein Arbeitstag, wer gilt als berufsmäßig, was passiert wenn die Grenze überschritten wird, und wer ist eigentlich die zuständige Meldestelle?

Dieser Artikel gibt Arbeitgebern einen vollständigen Überblick über die kurzfristige Beschäftigung 2026: Voraussetzungen, steuerliche Behandlung, die berühmte 70-Tage-Grenze und was bei Überschreitung passiert.

1. Definition: Was ist kurzfristige Beschäftigung?

Die kurzfristige Beschäftigung ist in §8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV geregelt. Sie liegt vor, wenn das Beschäftigungsverhältnis auf maximal 3 Monate oder 70 Arbeitstage pro Kalenderjahr befristet ist, und die Beschäftigung nicht berufsmäßig ausgeübt wird.

Beide Grenzen sind alternativ zu verstehen, nicht kumulativ. Wer 60 Arbeitstage innerhalb von 4 Monaten arbeitet, überschreitet die 3-Monats-Grenze, nicht aber die 70-Tage-Grenze. In diesem Fall ist die kurzfristige Beschäftigung dennoch nicht mehr anwendbar, weil das zeitliche Limit von 3 Monaten gerissen ist. Es gilt immer die erste Grenze, die überschritten wird.

Merksatz: Kurzfristige Beschäftigung = zeitlich begrenzt (70 Tage ODER 3 Monate) + gelegentlich + nicht berufsmäßig. Alle drei Bedingungen müssen gleichzeitig erfüllt sein. Fehlt eine davon, entsteht reguläre oder geringfügig entlohnte SV-pflicht.

2. Die 70-Tage-Grenze im Detail

70 Arbeitstage, nicht 70 Kalendertage. Das ist der erste und häufigste Irrtum. Arbeitstage sind die Tage, an denen tatsächlich gearbeitet wird. Ein Mitarbeiter, der 5 Tage pro Woche arbeitet, erreicht 70 Arbeitstage nach 14 Wochen. Ein Mitarbeiter, der nur 2 Tage pro Woche arbeitet, braucht dafür 35 Wochen.

Zählung über das Kalenderjahr

Die 70 Tage beziehen sich auf das Kalenderjahr, nicht auf ein rollierendes 12-Monats-Fenster. Das bedeutet: Am 1. Januar beginnt die Zählung neu. Ein Mitarbeiter, der im Oktober und November eines Jahres je 35 Tage gearbeitet hat (also genau 70 Tage), kann im Januar des Folgejahres wieder neu beginnen.

Das hat eine praktische Konsequenz: Aushilfen, die jedes Jahr für die Saison eingesetzt werden, können das Jahr für Jahr unter dem Dach der kurzfristigen Beschäftigung tun, solange die 70-Tage-Grenze pro Kalenderjahr eingehalten wird. Die Wiederholung über mehrere Jahre schadet per se nicht.

Zählung beim selben Arbeitgeber im selben Jahr

Was viele nicht wissen: Mehrere kurzfristige Beschäftigungen bei demselben Arbeitgeber im selben Kalenderjahr werden addiert. Wer einen Mitarbeiter im März für 40 Tage beschäftigt und im September erneut für 35 Tage, hat die 70-Tage-Grenze überschritten. Selbst wenn beide Beschäftigungsverhältnisse formal getrennt vereinbart waren.

Dokumentationspflicht: Führen Sie für alle kurzfristig Beschäftigten eine genaue Aufzeichnung der Arbeitstage. Das schützt Sie bei einer Betriebsprüfung und hilft dabei, die Grenze im Blick zu behalten, bevor sie überschritten ist.

3. Berufsmäßigkeit: Das unterschätzte Risiko

Das ist der schwierigste Teil. Eine Beschäftigung ist berufsmäßig, wenn sie für den Beschäftigten wirtschaftlich bedeutsam ist, also wenn er seinen Lebensunterhalt im Wesentlichen aus dieser Art von Tätigkeit bestreitet. Der Begriff „berufsmäßig" bedeutet nicht, dass der Job zum eigentlichen Beruf passen muss. Es geht darum, ob die Erwerbstätigkeit eine ernsthafte Beschäftigung ist, von der der Mitarbeiter wirtschaftlich abhängt.

Wer ist typischerweise nicht berufsmäßig?

Wer ist berufsmäßig?

Wer weder studiert, noch einen anderen Hauptjob hat, noch eine Rente bezieht, und trotzdem regelmäßig von kurzfristigen Beschäftigungen lebt. Das betrifft typischerweise Personen, die nach dem Schulabschluss oder nach dem Ende eines Arbeitsverhältnisses von einer kurzfristigen Aushilfsstelle zur nächsten wechseln, ohne einen Hauptberuf zu haben.

Der Betriebsprüfer schaut sich dafür die Selbstauskunft des Mitarbeiters an, die Bescheinigungen aus anderen Beschäftigungen und, wenn vorhanden, den Bezug von Arbeitslosengeld. Wer ALG I oder ALG II bezieht, gilt tendenziell als berufsmäßig, weil er sich aktiv auf dem Arbeitsmarkt bewirbt und die kurzfristige Tätigkeit eine ernsthafte Erwerbstätigkeit ist.

Konsequenz bei Berufsmäßigkeit: Ist der Mitarbeiter berufsmäßig beschäftigt, entfällt die SV-Freiheit vollständig. Die Beschäftigung wird dann als reguläre sozialversicherungspflichtige Beschäftigung behandelt, unabhängig von der Dauer. Das gilt rückwirkend ab dem ersten Tag.

Eigenerklärung des Mitarbeiters

Der Arbeitgeber muss die Berufsmäßigkeit nicht selbst beurteilen können. Eine schriftliche Erklärung des Mitarbeiters, in der er bestätigt, dass er nicht berufsmäßig tätig ist (z. B. weil er Student oder Rentner ist oder einen Hauptberuf hat), schützt den Arbeitgeber im Prüfungsfall, sofern er keinen gegenteiligen Grund hatte, daran zu zweifeln. Diese Erklärung zur Personalakte nehmen.

4. Sozialversicherungsfreiheit: Was gilt und was nicht

Bei einer echten kurzfristigen Beschäftigung besteht Versicherungsfreiheit in allen vier Zweigen der Sozialversicherung: Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung. Das unterscheidet die kurzfristige Beschäftigung erheblich vom Werkstudentenverhältnis, bei dem die Rentenversicherungspflicht erhalten bleibt.

Weder Arbeitnehmer noch Arbeitgeber zahlen SV-Beiträge, kein Pauschalbeitrag wie beim Minijob, keine reduzierten Beiträge wie beim Midijob. Das Bruttogehalt entspricht im Wesentlichen dem Auszahlungsbetrag, abzüglich der Lohnsteuer.

Kein Pauschalbeitrag zur GKV und RV: Anders als beim Minijob (AG zahlt 13 % KV + 15 % RV als Pauschalbeiträge) fallen bei der kurzfristigen Beschäftigung keine AG-Pauschalbeiträge an. Das macht die kurzfristige Beschäftigung für den Arbeitgeber bei höheren Löhnen attraktiver als einen Minijob.

5. Lohnsteuer: Pauschal oder individuell?

Zwei Wege stehen zur Auswahl:

Option 1: Pauschalversteuerung nach §40a Abs. 1 EStG

Der Arbeitgeber kann die Lohnsteuer pauschal mit 25 Prozent abführen, zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5 Prozent der Lohnsteuer) und gegebenenfalls Kirchensteuer (je nach Bundesland 5–9 Prozent der Lohnsteuer). Der Solidaritätszuschlag auf 25 % Lohnsteuer beträgt also 1,375 Prozent, was die effektive Steuerlast auf rund 25–28 Prozent des Bruttos treibt.

Voraussetzung für die Pauschalierung: Der Arbeitnehmer ist nicht mehr als 18 zusammenhängende Arbeitstage bei diesem Arbeitgeber tätig, oder die Beschäftigung ist eine kurzfristige im Sinne des SGB IV. Außerdem darf der Arbeitslohn 120 Euro pro Tag nicht übersteigen (§40a Abs. 1 Satz 2 EStG). Wird die Tagesgrenze von 120 Euro überschritten, scheidet die Pauschalierung aus.

Wer trägt die Pauschalsteuer? Der Arbeitgeber. Die Steuer mindert nicht das Nettogehalt des Mitarbeiters, sondern ist ein zusätzlicher Aufwand für den Arbeitgeber. Dieser kann die Steuer zwar wirtschaftlich auf den Arbeitnehmer abwälzen (netto vereinbarte Vergütung), aber das erfordert eine explizite vertragliche Regelung und ist in der Praxis unüblich.

Option 2: Individuelle Besteuerung nach Steuerklasse

Alternativ kann der Mitarbeiter normal über ELStAM abgerechnet werden. Steuerklasse wird abgerufen, Lohnsteuer nach Tarif einbehalten. Diese Option ist für den Mitarbeiter dann günstiger, wenn er Steuerklasse I oder II hat und einen niedrigen Jahresverdienst. Sie ist immer dann die bessere Wahl, wenn das Tagesentgelt über 120 Euro liegt oder der Mitarbeiter es bevorzugt, die Steuer im Rahmen seiner Steuererklärung zu verrechnen.

Praktischer Hinweis: In der Praxis wird bei Saisonkräften und Aushilfen fast immer die Pauschalversteuerung gewählt, weil sie keine ELStAM-Abfrage erfordert und administrativ einfacher ist. Bei gut bezahlten Tageseinsätzen (z. B. Messebetreuung, Veranstaltungsmanagement) sollte geprüft werden, ob die 120-Euro-Grenze eingehalten wird.

6. Vergleich: Kurzfristige Beschäftigung vs. Minijob

Merkmal Kurzfristige Beschäftigung Minijob (§8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV)
Abgrenzungskriterium Zeitdauer (max. 70 Tage oder 3 Monate) Verdienstgrenze (max. 603 €/Monat)
Verdienstgrenze Keine (Tagesentgelt bis 120 € für Pauschalsteuer) 603 €/Monat
Dauer Max. 70 Arbeitstage oder 3 Monate/Jahr Unbegrenzt
KV-Beitrag AG Keiner 13 % Pauschale an Minijob-Zentrale
RV-Beitrag AG Keiner 15 % Pauschale an Minijob-Zentrale
Lohnsteuer 25 % pauschal (AG) oder nach Steuerklasse 2 % Einheitssteuer pauschal oder nach Steuerklasse
Meldestelle Zuständige Krankenkasse des AN Minijob-Zentrale (DRV Knappschaft-Bahn-See)
Personengruppe DEÜV 110 109
SV-Freiheit Vollständig (KV, PV, RV, ALV) AN: vollständig; AG: Pauschalbeiträge KV + RV
Zusatzbedingung Nicht berufsmäßig + gelegentlich Keine (nur Verdienst entscheidet)
Urlaubsanspruch Ja (BUrlG, anteilig) Ja (BUrlG, anteilig)
Entgeltfortzahlung Krankheit Nach 4 Wochen Betriebszugehörigkeit Nach 4 Wochen
An dieser Stelle übernehmen wir

Die Sofortmeldung muss spätestens bei Aufnahme der Beschäftigung raus, und bei Saisonkräften kommen mehrere auf einmal. Wir übernehmen die Anmeldungen, das DEÜV-Meldewesen und die Abrechnung, auch wenn es nur für ein paar Wochen ist.

7. Meldepflichten und DEÜV-Verfahren

Trotz SV-Freiheit: Die DEÜV-Anmeldung ist Pflicht. Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass SV-freie Beschäftigungen nicht gemeldet werden müssen. Das stimmt nicht.

Personengruppe 110

Kurzfristig Beschäftigte werden mit der Personengruppe 110 gemeldet. Zuständig ist die Krankenkasse, bei der der Mitarbeiter versichert ist. Ist der Mitarbeiter privat versichert, erfolgt die Meldung an die Deutsche Rentenversicherung Bund.

Fristen

Die Anmeldung muss innerhalb von 6 Wochen nach Beschäftigungsbeginn erfolgen. Bei tatsächlich kurzfristigen Einsätzen (z. B. 3 Tage) ist das unpraktisch, hier darf die Anmeldung auch zum ersten Zahltag nach Beschäftigungsende erfolgen (sogenannte Sofortmeldung). Bei Einsätzen ab einem bestimmten Mindestlohnbereich (über 51 Euro Tagesverdienst in bestimmten Branchen) gilt außerdem die Pflicht zur Sofortmeldung vor Aufnahme der Tätigkeit.

Barzahlungsverbot in bestimmten Branchen: Im Baugewerbe, Gaststättengewerbe, Schaustellergewerbe, Forstwirtschaft und weiteren Branchen gilt nach §28f Abs. 1a SGB IV eine besondere Aufzeichnungspflicht. In diesen Branchen muss der Beginn der täglichen Arbeitszeit sofort bei Arbeitsaufnahme festgehalten werden. Eine Verletzung dieser Pflicht kann Bußgelder auslösen.

8. Was passiert bei Überschreitung der Grenze?

Das ist das größte Risiko bei der kurzfristigen Beschäftigung. Wird die Grenze von 70 Arbeitstagen oder 3 Monaten im Kalenderjahr überschritten, entsteht rückwirkend ab dem ersten Tag der Beschäftigung volle Sozialversicherungspflicht.

Das bedeutet in der Praxis: Wenn du einen Mitarbeiter im Juli anmeldest und er am 15. Oktober die 70-Tage-Grenze überschreitet, schuldest du für den gesamten Zeitraum seit Juli die regulären SV-Beiträge, AG- und AN-Anteile für KV, PV, RV und ALV. Der AN-Anteil muss aus dem Nettolohn rückwirkend einbehalten werden, was in der Praxis schwierig oder unmöglich ist, wenn das Geld bereits ausgezahlt wurde.

Was Arbeitgeber dann tun müssen

Säumniszuschläge: Auf nachzuzahlende Sozialversicherungsbeiträge fallen Säumniszuschläge an. Pro angefangenem Monat Verzug: 1 Prozent der ausstehenden Beiträge. Bei 3 Monaten und 5.000 Euro Nachzahlung kommen schnell 150 Euro Zuschläge zusammen, und es können deutlich mehr werden, wenn der Fehler erst bei einer Betriebsprüfung auffällt, die Beschäftigungen aus mehreren Jahren prüft.

9. Mehrere kurzfristige Beschäftigungen im Jahr

Beschäftigungen bei verschiedenen Arbeitgebern werden für die 70-Tage-Grenze nicht zusammengerechnet. Die Grenze gilt arbeitgeberbezogen. Wer bei Unternehmen A 70 Tage und bei Unternehmen B nochmals 70 Tage arbeitet, hat bei beiden Arbeitgebern die Grenze eingehalten, sofern er nicht berufsmäßig tätig ist.

Aber: Wenn die Gesamtbeschäftigung aus mehreren kurzfristigen Jobs so umfangreich ist, dass sie wirtschaftlich einer Vollzeitbeschäftigung gleicht, kann Berufsmäßigkeit unterstellt werden. Das ist eine Ermessensfrage, die Betriebsprüfer im Einzelfall beurteilen. Es gibt keine feste Stundengrenze, aber wer das ganze Jahr über bei verschiedenen Arbeitgebern jeweils 70 Tage beschäftigt ist, sollte prüfen, ob die Berufsmäßigkeitsvoraussetzung noch vernünftig verneint werden kann.

Kombination mit Werkstudentenstatus

Werkstudenten können grundsätzlich auch kurzfristige Beschäftigungen eingehen, sofern der Werkstudentenstatus bei der Hauptbeschäftigung besteht. In den Semesterferien kann ein Werkstudent zusätzlich kurzfristig bei einem anderen Arbeitgeber tätig sein. Die Abgrenzung ist komplex; bei mehrdeutigen Konstellationen empfiehlt sich eine Anfrage beim zuständigen SV-Träger.

10. Urlaub, Krankheit & sonstige Rechte

Kurzfristig Beschäftigte haben dieselben arbeitsrechtlichen Grundrechte wie alle anderen Arbeitnehmer. Die Kürze des Arbeitsverhältnisses ändert daran nichts, jedenfalls nicht beim Mindestlohn und beim Urlaubsrecht.

Mindestlohn

13,90 Euro pro Stunde, das gilt ohne Ausnahme, auch für Aushilfen, Messekräfte und Saisonarbeiter. Branchen mit höheren Mindestlöhnen (z. B. Pflege, Bau) müssen diese einhalten.

Urlaubsanspruch

Entsteht anteilig nach BUrlG. Bei einem einwöchigen Einsatz ist das rechnerisch kaum relevant, aber bei 2-3 Monaten Saison­beschäftigung summiert sich der Urlaubsanspruch auf mehrere Tage. Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses muss offener Urlaub ausbezahlt werden (Urlaubsabgeltung), sofern er nicht genommen wurde.

Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

Gilt nach einer ununterbrochenen Betriebszugehörigkeit von 4 Wochen (§3 EFZG). Bei einem Einsatz von 3 Wochen entsteht noch kein Anspruch. Bei einem 3-monatigen Saisoneinsatz greift er ab der 5. Woche. Für Arbeitgeber mit bis zu 30 Mitarbeitern gilt das U1-Ausgleichsverfahren: Die Krankenkasse erstattet 40–80 Prozent der fortgezahlten Vergütung.

11. Typische Einsatzfälle in der Praxis

Saisonkräfte in Gastronomie und Tourismus

Die klassische kurzfristige Beschäftigung. Kellner für die Biergartensaison (April–September), Skilehrer für den Winter, Strandkorbvermieter im Sommer. Solange die 70-Tage-Grenze eingehalten wird und keine Berufsmäßigkeit vorliegt, ist alles im Rahmen.

Messepersonal und Promoter

Einzelne Messetage können als kurzfristige Beschäftigung abgerechnet werden. Achtung: Das Tagesentgelt für die Pauschalsteuer darf 120 Euro nicht überschreiten, bei gut bezahlten Messejobs (150–200 Euro/Tag) entfällt die Pauschalierungsmöglichkeit.

Studierende in den Semesterferien

Wer einen Werkstudenten in den Semesterferien bis zu 40 Stunden pro Woche einsetzen möchte, kann das im Rahmen des Werkstudentenstatus tun. Alternativ kann ein separates kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis geschlossen werden, zum Beispiel wenn der Werkstudentenstatus aus anderen Gründen nicht greift oder das Unternehmen die Abrechnung vereinfachen möchte. In diesem Fall entfällt auch die Rentenversicherungspflicht, die beim Werkstudenten anfällt.

Rentner als Aushilfe

Rentner sind typischerweise nicht berufsmäßig tätig. Du bist durch die Rente abgesichert und jobbern nur zur Aufstockung. Die kurzfristige Beschäftigung passt hier gut: SV-frei, pauschalsteuerlich abgewickelt, überschaubar in der Verwaltung.

12. Häufige Fragen (FAQ)

Beim Minijob ist die Verdienstgrenze das entscheidende Kriterium (maximal 603 Euro/Monat), die Dauer ist unbegrenzt. Bei der kurzfristigen Beschäftigung ist die Dauer das Kriterium (maximal 70 Arbeitstage oder 3 Monate pro Kalenderjahr), der Verdienst ist dagegen unbegrenzt. Auch die zuständige Meldestelle unterscheidet sich: Minijobs werden bei der Minijob-Zentrale gemeldet, kurzfristige Beschäftigungen bei der zuständigen Krankenkasse des Arbeitnehmers.
Nicht berufsmäßig bedeutet: Der Beschäftigte lebt nicht hauptsächlich von dieser oder ähnlichen befristeten Tätigkeiten. Studenten, Rentner, Hausfrauen/-männer und Personen mit einem anderen Hauptberuf gelten typischerweise als nicht berufsmäßig. Wer dagegen von kurzfristigen Jobs zu kurzfristigen Jobs springt und kein anderes Standbein hat, gilt als berufsmäßig, mit der Folge, dass reguläre SV-Pflicht entsteht.
Nein. Kurzfristige Beschäftigungen werden nicht bei der Minijob-Zentrale gemeldet, sondern bei der zuständigen Krankenkasse des Arbeitnehmers. Die Minijob-Zentrale ist nur für geringfügig entlohnte Beschäftigungen (bis 603 Euro/Monat) zuständig. Trotz SV-Freiheit ist die DEÜV-Anmeldung mit Personengruppe 110 Pflicht.
Wenn die Grenze von 70 Arbeitstagen (oder 3 Monate) im Kalenderjahr überschritten wird, entsteht rückwirkend ab dem ersten Tag der Beschäftigung volle Sozialversicherungspflicht. Der Arbeitgeber schuldet dann alle SV-Beiträge für den gesamten Zeitraum inklusive Säumniszuschläge (1 % pro angefangenem Monat). Das ist eines der größten Risiken bei der kurzfristigen Beschäftigung.
Grundsätzlich trägt der Arbeitgeber die Pauschalsteuer nach §40a Abs. 1 EStG. Eine vertragliche Abwälzung auf den Arbeitnehmer ist nur möglich, wenn netto vereinbart wurde, dann ist die Pauschalsteuer Teil der Gesamtvergütung und der Arbeitnehmer trägt sie wirtschaftlich. Eine einfache Klausel im Arbeitsvertrag reicht dafür nicht. Im Zweifelsfall: Steuerberater oder Fachmann fragen, bevor die Vertragsgestaltung festgelegt wird.

Lohnabrechnung korrekt aufsetzen

Kurzfristige Kräfte, Saisonarbeiter, Festangestellte, wir rechnen alle korrekt ab. Feste Ansprechperson, kein Ticketsystem.

30-min-Gespräch vereinbaren
Tino Werner
Tino Werner HR- & Payroll Manager · Lohnklar

Tino Werner betreut seit über 10 Jahren Startups und KMU in Fragen der Lohnabrechnung, Sozialversicherung und des HR-Managements.