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U2-Umlage

Kurz: Umlageverfahren für Mutterschutzlohn. Arbeitgeber bekommen den vollen Zuschuss zum Mutterschaftsgeld erstattet, unabhängig von der Mitarbeiterzahl.

Definition und Bedeutung

Die U2-Umlage (Ausgleichsverfahren bei Schwangerschaft und Mutterschaft) ist Pflichtbeitrag für alle Arbeitgeber, unabhängig von der Mitarbeiterzahl. Erstattet werden 100 Prozent des Arbeitgeberzuschusses zum Mutterschaftsgeld und der Lohn während des Beschäftigungsverbots. Den Umlagesatz legt jede Krankenkasse in ihrer Satzung fest.

Rechtsgrundlage: Aufwendungsausgleichsgesetz (AAG)

Was das Gesetz sagt

Was über die U2 erstattet wird, steht in § 1 Abs. 2 AAG:

„Die Krankenkassen mit Ausnahme der landwirtschaftlichen Krankenkasse erstatten den Arbeitgebern in vollem Umfang 1. den vom Arbeitgeber nach § 20 Absatz 1 des Mutterschutzgesetzes gezahlten Zuschuss zum Mutterschaftsgeld, 2. das vom Arbeitgeber nach § 18 des Mutterschutzgesetzes bei Beschäftigungsverboten gezahlte Arbeitsentgelt, 3. die auf die Arbeitsentgelte nach der Nummer 2 entfallenden von den Arbeitgebern zu tragenden Beiträge zur Bundesagentur für Arbeit und die Arbeitgeberanteile an Beiträgen zur gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung, zur sozialen Pflegeversicherung (…)“§ 1 Abs. 2 AAG

Anders als bei der U1 steht hier keine Grenze von 30 Beschäftigten. Die beiden erstatteten Leistungen berechnet das Mutterschutzgesetz unterschiedlich. Für den Mutterschutzlohn sagt § 18 Satz 2 MuSchG: „Als Mutterschutzlohn wird das durchschnittliche Arbeitsentgelt der letzten drei abgerechneten Kalendermonate vor dem Eintritt der Schwangerschaft gezahlt.“ Für den Zuschuss in den Schutzfristen sagt § 20 Abs. 1 Satz 2 MuSchG: „Als Zuschuss zum Mutterschaftsgeld wird der Unterschiedsbetrag zwischen 13 Euro und dem um die gesetzlichen Abzüge verminderten durchschnittlichen kalendertäglichen Arbeitsentgelt der letzten drei abgerechneten Kalendermonate vor Beginn der Schutzfrist vor der Entbindung gezahlt.“

Beispiel 2026

Für eine Mitarbeiterin gilt einen ganzen Monat lang ein Beschäftigungsverbot. Ihr durchschnittliches Arbeitsentgelt der letzten drei abgerechneten Monate vor der Schwangerschaft lag bei 3.000 €. Die Arbeitgeberanteile sind mit den Sätzen 2026 gerechnet: Krankenversicherung 7,3 % plus die Hälfte des durchschnittlichen Zusatzbeitrags von 2,9 %, Rentenversicherung 9,3 %, Arbeitslosenversicherung 1,3 %, Pflegeversicherung 1,8 % (außer in Sachsen).

Mutterschutzlohn (§ 18 MuSchG): 3.000,00 € Arbeitgeberanteile SV (21,15 %): 634,50 € KV 7,30 % + Zusatz 1,45 %, RV 9,30 %, ALV 1,30 %, PV 1,80 % Aufwand des Arbeitgebers: 3.634,50 € Erstattung U2 in vollem Umfang: 3.634,50 €

Nach § 9 Abs. 2 Nr. 2 AAG kann die Satzung der Kasse die Arbeitgeberanteile auch pauschal erstatten, dann weicht der zweite Posten ab. Beim Zuschuss zum Mutterschaftsgeld hängt der Betrag vom Nettoentgelt ab und damit von der Lohnsteuer, deshalb ist er hier nicht ausgerechnet. In der Lohnabrechnung ermitteln wir den Durchschnitt, zahlen Zuschuss oder Mutterschutzlohn aus und stellen den Erstattungsantrag.

Häufige Fragen

Gilt die U2-Umlage auch für kleine und große Betriebe?

Kurz: Ja, § 1 Abs. 2 AAG enthält anders als Absatz 1 keine Grenze von 30 Beschäftigten. Nach § 1 Abs. 3 AAG nehmen auch Arbeitgeber teil, die nur Auszubildende beschäftigen.

Was wird über die U2 erstattet?

Kurz: Der Zuschuss zum Mutterschaftsgeld, der Mutterschutzlohn bei einem Beschäftigungsverbot und die auf den Mutterschutzlohn entfallenden Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung. § 1 Abs. 2 AAG nennt diese drei Posten und sieht die Erstattung in vollem Umfang vor.

Wie kommt das Geld zurück?

Kurz: Über einen elektronischen Erstattungsantrag an die Krankenkasse der Mitarbeiterin. Nach § 2 Abs. 2 AAG wird die Erstattung auf Antrag erbracht, sobald der Arbeitgeber den Zuschuss oder den Mutterschutzlohn gezahlt hat.

Verwandte Begriffe

Weiterlesen im Blog

Werte und Fristen für 2026 stehen im Blog-Artikel Mutterschutzlohn berechnen 2026: §18 MuSchG, Durchschnittslohn & U2-Erstattung.

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