Probezeit
Kurz: Erprobungsphase zu Beginn eines Arbeitsverhältnisses, in der eine verkürzte Kündigungsfrist von zwei Wochen gilt. Die verkürzte Kündigungsfrist von zwei Wochen gilt dabei längstens sechs Monate.
Definition und Bedeutung
Während der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis von beiden Seiten mit zwei Wochen Frist zu jedem Tag gekündigt werden (statt mit den regulären gesetzlichen Fristen). Die verkürzte Kündigungsfrist von zwei Wochen gilt längstens für sechs Monate. Besondere Kündigungsverbote, etwa bei Schwangerschaft, gelten auch in der Probezeit. Der Sonderkündigungsschutz für schwerbehinderte Menschen greift nach § 173 Abs. 1 Nr. 1 SGB IX erst, wenn das Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate besteht. Wer eine Befristung mit Sachgrund Probezeit vereinbart, sollte die Frist klar dokumentieren.
Rechtsgrundlage: § 622 Abs. 3 BGB
Was das Gesetz sagt
Die verkürzte Frist steht in einem einzigen Satz des Bürgerlichen Gesetzbuchs:
„Während einer vereinbarten Probezeit, längstens für die Dauer von sechs Monaten, kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden.“§ 622 Abs. 3 BGB
Der Satz nennt keinen Kündigungstermin wie den Fünfzehnten oder das Monatsende, sondern nur die Frist. Nach § 622 Abs. 4 BGB gilt außerdem: „Von den Absätzen 1 bis 3 abweichende Regelungen können durch Tarifvertrag vereinbart werden.“ Vom allgemeinen Kündigungsschutz ist die Probezeit zu trennen. § 1 Abs. 1 KSchG schützt Arbeitnehmer, deren Arbeitsverhältnis „in demselben Betrieb oder Unternehmen ohne Unterbrechung länger als sechs Monate bestanden hat“. Probezeit und diese Wartezeit sind zwei verschiedene Regeln, die oft gleich lang sind.
Beispiel 2026
Eintritt am 1. März 2026, vereinbarte Probezeit von sechs Monaten bis zum 31. August 2026, Monatsgehalt 3.500 €. Die Kündigung geht am Donnerstag, 20. August 2026 zu, also innerhalb der Probezeit.
Der Tag des Zugangs zählt nach § 187 Abs. 1 BGB nicht mit, die Frist endet nach § 188 Abs. 2 BGB mit dem Ablauf des Tages der letzten Woche, der durch seine Benennung dem Tag des Zugangs entspricht. Wie ein angebrochener Monat anteilig bezahlt wird, regeln Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag; der September hat 30 Tage, deshalb gehen hier Kalendertage und Monatsdreißigstel auf. Ob die Kündigung arbeitsrechtlich wirksam ist, beantwortet das Beispiel nicht. In der Lohnabrechnung übernehmen wir die anteilige Schlussabrechnung und die Abmeldung.
Häufige Fragen
Wie lange darf eine Probezeit dauern?
Kurz: § 622 Abs. 3 BGB knüpft die Kündigungsfrist von zwei Wochen an eine vereinbarte Probezeit von längstens sechs Monaten. Für die Zeit danach nennt § 622 BGB in den Absätzen 1 und 2 die regulären Fristen, abweichende Regeln können aus Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag kommen.
Gibt es in der Probezeit Kündigungsschutz?
Kurz: Der allgemeine Kündigungsschutz nach § 1 KSchG setzt ein Arbeitsverhältnis von mehr als sechs Monaten voraus. Für schwerbehinderte Menschen gilt der besondere Kündigungsschutz nach § 173 Abs. 1 Nr. 1 SGB IX ebenfalls erst nach sechs Monaten, das Kündigungsverbot nach § 18 BEEG ab dem Verlangen der Elternzeit dagegen ohne Wartezeit.
In welcher Form wird in der Probezeit gekündigt?
Kurz: Schriftlich, auch in der Probezeit. § 623 BGB verlangt für die Kündigung die Schriftform und schließt die elektronische Form aus.
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Werte und Fristen für 2026 stehen im Blog-Artikel Probezeit-Kündigung 2026: Fristen, Form & Sonderkündigungsschutz.