Minijob (geringfügige Beschäftigung)
Kurz: Beschäftigung bis 603 € pro Monat (2026). Arbeitgeber zahlt Pauschalabgaben (rund 31 %), Arbeitnehmer zahlt 3,6 % zur Rente, außer er lässt sich befreien.
Definition und Bedeutung
Der Minijob ist eine geringfügige Beschäftigung bis 603 €/Monat (2026). Berechnung gekoppelt an den Mindestlohn (10 Stunden × 13/3 Wochen × 13,90 €). Der Arbeitgeber zahlt Pauschalabgaben (ca. 31 %): Kranken- (13 %), Renten- (15 %), Pauschalsteuer (2 %) und Umlagen. Der Arbeitnehmer ist rentenversicherungspflichtig und zahlt die Differenz zum vollen Beitrag (3,6 %). Minijobber „werden auf Antrag von der Versicherungspflicht befreit“ (§ 6 Abs. 1b SGB VI), der Antrag geht an den Arbeitgeber. Anmeldung bei der Minijob-Zentrale (nicht bei der gesetzlichen Krankenkasse).
Rechtsgrundlage: § 8 SGB IV
Was das Gesetz sagt
Der Begriff Minijob kommt im Gesetz nicht vor. § 8 SGB IV spricht von geringfügiger Beschäftigung und nennt zwei Arten: die nach dem Verdienst (Nr. 1) und die nach der Dauer (Nr. 2, siehe kurzfristige Beschäftigung). Für den Minijob gilt Nr. 1:
„Eine geringfügige Beschäftigung liegt vor, wenn (…) das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung regelmäßig die Geringfügigkeitsgrenze nicht übersteigt“§ 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV
Wie hoch diese Grenze ist, regelt Absatz 1a. Er rechnet sie aus dem Mindestlohn:
„Sie wird berechnet, indem der Mindestlohn mit 130 vervielfacht, durch drei geteilt und auf volle Euro aufgerundet wird.“§ 8 Abs. 1a Satz 2 SGB IV
Die Pauschalabgaben des Arbeitgebers stehen in drei anderen Gesetzen. § 249b SGB V nennt für die Krankenversicherung „einen Beitrag in Höhe von 13 vom Hundert des Arbeitsentgelts dieser Beschäftigung“, § 168 Abs. 1 Nr. 1b SGB VI für die Rentenversicherung einen Arbeitgeberanteil „in Höhe des Betrages, der 15 vom Hundert des der Beschäftigung zugrunde liegenden Arbeitsentgelts entspricht“. § 40a Abs. 2 EStG erlaubt eine einheitliche Pauschsteuer „in Höhe von insgesamt 2 Prozent des Arbeitsentgelts“. Für Minijobs im Privathaushalt nach § 8a SGB IV nennen § 249b SGB V und § 168 Abs. 1 Nr. 1c SGB VI jeweils 5 vom Hundert. Die 13 Prozent zur Krankenversicherung fallen an, wenn die Minijobberin gesetzlich krankenversichert ist.
Beispiel 2026
Die Sätze für die Umlagen U1 und U2 legt die Minijob-Zentrale fest, den Beitrag zur Unfallversicherung die zuständige Berufsgenossenschaft. Beides kommt zu den 181,80 € hinzu. Anmeldung, Beitragsnachweise und Pauschsteuer laufen über die Minijob-Zentrale; das übernehmen wir in der laufenden Minijob-Abrechnung.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Minijob-Grenze 2026?
Kurz: Die Geringfügigkeitsgrenze liegt 2026 bei 603 € im Monat. § 8 Abs. 1a SGB IV koppelt sie an den Mindestlohn von 13,90 € je Stunde: Mindestlohn mal 130, geteilt durch drei, auf volle Euro aufgerundet. Steigt der Mindestlohn, steigt die Grenze mit.
Darf ein Minijobber die 603 € einmal überschreiten?
Kurz: § 8 Abs. 1b SGB IV erlaubt ein unvorhersehbares Überschreiten in höchstens zwei Kalendermonaten eines Zeitjahres. Der Mehrbetrag darf je Monat höchstens die Höhe der Geringfügigkeitsgrenze erreichen. Das Gesetz spricht ausdrücklich von einem unvorhersehbaren Überschreiten, planbare Mehrarbeit nennt es nicht.
Wer zahlt im Minijob die Rentenbeiträge?
Kurz: Beide Seiten, solange sich der Minijobber nicht befreien lässt. Der Arbeitgeber trägt 15 % des Entgelts, der Minijobber die Differenz zum vollen Satz von 18,6 %, also 3,6 %. Nach § 6 Abs. 1b SGB VI ist der Befreiungsantrag dem Arbeitgeber zu übergeben, danach zahlt nur noch der Arbeitgeber seine 15 %.
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Werte und Fristen für 2026 stehen im Blog-Artikel Minijob-Grenze 2026: 603 Euro, Abgaben & Arbeitgeberpflichten.