Mindestlohn
Kurz: Gesetzliche Lohnuntergrenze pro Stunde. 2026: 13,90 €/Stunde, gilt für Arbeitnehmer ab 18 und für Jüngere mit abgeschlossener Berufsausbildung.
Definition und Bedeutung
Der gesetzliche Mindestlohn nach dem Mindestlohngesetz (MiLoG) gilt für alle Arbeitnehmer in Deutschland, unabhängig von Branche oder Tarifbindung. Höhe 2026: 13,90 €/Stunde. Ausgenommen: Auszubildende, Pflichtpraktikanten unabhängig von der Dauer (wer „ein Praktikum verpflichtend auf Grund einer schulrechtlichen Bestimmung, einer Ausbildungsordnung, einer hochschulrechtlichen Bestimmung (…)“ leistet, § 22 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 MiLoG), freiwillige Orientierungs- und studienbegleitende Praktika bis 3 Monate, Langzeitarbeitslose in den ersten 6 Monaten, Jugendliche unter 18 ohne Berufsabschluss (§ 22 Abs. 2 MiLoG: „Personen im Sinne von § 2 Absatz 1 und 2 des Jugendarbeitsschutzgesetzes ohne abgeschlossene Berufsausbildung gelten nicht als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Sinne dieses Gesetzes.“). Unter 18-Jährige mit abgeschlossener Berufsausbildung haben Anspruch auf den Mindestlohn. Darüber hinaus gibt es Branchen-Mindestlöhne (etwa in der Pflege).
Rechtsgrundlage: MiLoG
Was das Gesetz sagt
Der Anspruch selbst steht in einem einzigen Satz:
„Jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf Zahlung eines Arbeitsentgelts mindestens in Höhe des Mindestlohns durch den Arbeitgeber.“§ 1 Abs. 1 MiLoG
Die Zahl im Gesetzestext ist nicht die aktuelle. § 1 Abs. 2 Satz 1 MiLoG nennt noch 12 € ab dem 1. Oktober 2022. Satz 2 regelt, wie sich der Betrag ändert:
„Die Höhe des Mindestlohns kann auf Vorschlag einer ständigen Kommission der Tarifpartner (Mindestlohnkommission) durch Rechtsverordnung der Bundesregierung geändert werden.“§ 1 Abs. 2 Satz 2 MiLoG
Für 2026 ergibt sich daraus ein Mindestlohn von 13,90 € je Stunde. Auch der Zahltag ist geregelt. Nach § 2 Abs. 1 MiLoG ist der Mindestlohn zum vereinbarten Fälligkeitstermin zu zahlen, spätestens aber „am letzten Bankarbeitstag (Frankfurt am Main) des Monats, der auf den Monat folgt, in dem die Arbeitsleistung erbracht wurde“.
Beispiel 2026
Der Faktor 13 / 3 rechnet 13 Wochen auf drei Monate um. Denselben Durchschnitt nutzt § 8 Abs. 1a SGB IV für die Minijob-Grenze, deshalb landen 10 Wochenstunden knapp unter 603 €. Wer 20 Wochenstunden zum Mindestlohn arbeitet, liegt im Übergangsbereich von 603,01 bis 2.000 €, also im Midijob. In Monaten mit mehr Arbeitstagen fallen mehr Stunden an als der Durchschnitt; bei Stundenlöhnern rechnen wir in der laufenden Abrechnung die tatsächlichen Monatsstunden gegen den Mindestlohn.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Mindestlohn 2026?
Kurz: Der gesetzliche Mindestlohn beträgt 2026 brutto 13,90 € je Zeitstunde. Im Gesetzestext von § 1 Abs. 2 MiLoG stehen noch die 12 € von 2022; den aktuellen Betrag setzt die Bundesregierung auf Vorschlag der Mindestlohnkommission per Rechtsverordnung fest.
Gilt der Mindestlohn auch im Minijob?
Kurz: Das Mindestlohngesetz nimmt Minijobs nicht aus. § 1 Abs. 1 MiLoG spricht von jeder Arbeitnehmerin und jedem Arbeitnehmer, und die Ausnahmen in § 22 MiLoG nennen geringfügig Beschäftigte nicht. Bei 603 € im Monat passen 2026 deshalb höchstens 43,38 bezahlte Stunden in einen Minijob.
Bis wann muss der Mindestlohn gezahlt sein?
Kurz: Spätestens am letzten Bankarbeitstag des Folgemonats. § 2 Abs. 1 MiLoG nennt zuerst den vereinbarten Fälligkeitstermin und als spätesten Zeitpunkt den letzten Bankarbeitstag in Frankfurt am Main des Monats, der auf den Arbeitsmonat folgt.
Verwandte Begriffe
Weiterlesen im Blog
Werte und Fristen für 2026 stehen im Blog-Artikel Minijob-Grenze 2026: 603 Euro, Abgaben & Arbeitgeberpflichten.