Elternzeit
Kurz: Unbezahlte Freistellung von bis zu 36 Monaten je Elternteil. Während der Zeit besonderer Kündigungsschutz, Teilzeitanspruch möglich.
Definition und Bedeutung
Jedes Elternteil hat Anspruch auf bis zu 36 Monate Elternzeit, von der bis zu 24 Monate zwischen dem 3. und 8. Lebensjahr des Kindes genommen werden können. Verlangen in Textform spätestens sieben Wochen vor Beginn, für Elternzeit nach dem dritten Geburtstag 13 Wochen. Während der Elternzeit besteht besonderer Kündigungsschutz (kann nur mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde gekündigt werden). Teilzeitanspruch: 15 bis 32 Stunden/Woche, wenn der Arbeitgeber in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt und das Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate besteht.
Rechtsgrundlage: §§ 15 bis 21 BEEG
Was das Gesetz sagt
Wann Elternzeit verlangt werden muss, regelt § 16 Abs. 1 Satz 1 BEEG:
„Wer Elternzeit beanspruchen will, muss sie 1. für den Zeitraum bis zum vollendeten dritten Lebensjahr des Kindes spätestens sieben Wochen und 2. für den Zeitraum zwischen dem dritten Geburtstag und dem vollendeten achten Lebensjahr des Kindes spätestens 13 Wochen vor Beginn der Elternzeit in Textform vom Arbeitgeber verlangen.“§ 16 Abs. 1 Satz 1 BEEG
Den Kündigungsschutz regelt § 18 Abs. 1 BEEG in den ersten drei Sätzen:
„Der Arbeitgeber darf das Arbeitsverhältnis ab dem Zeitpunkt, von dem an Elternzeit verlangt worden ist, nicht kündigen. Der Kündigungsschutz nach Satz 1 beginnt 1. frühestens acht Wochen vor Beginn einer Elternzeit bis zum vollendeten dritten Lebensjahr des Kindes und 2. frühestens 14 Wochen vor Beginn einer Elternzeit zwischen dem dritten Geburtstag und dem vollendeten achten Lebensjahr des Kindes. Während der Elternzeit darf der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis nicht kündigen.“§ 18 Abs. 1 BEEG
Für den Teilzeitanspruch nennt § 15 Abs. 7 Satz 1 Nr. 3 BEEG eine Verringerung „auf einen Umfang von nicht weniger als 15 und nicht mehr als 32 Wochenstunden im Durchschnitt des Monats“.
Beispiel 2026
Ein Vater möchte ab dem 1. Juli 2026 Elternzeit nehmen, das Kind ist im Mai 2026 geboren. Danach will er in Teilzeit zurückkommen: 18 statt 40 Wochenstunden bei bisher 4.000 € Monatsgehalt.
Verlangt er die Elternzeit am 10. Mai 2026, gilt der Kündigungsschutz ab diesem Tag. Verlangt er sie schon im April, beginnt der Schutz nach dem Wortlaut von § 18 Abs. 1 Satz 2 BEEG trotzdem erst am 6. Mai. Das Teilzeitgehalt von 1.800 € liegt im Übergangsbereich, die Abrechnung läuft dann nach den Regeln für den Midijob. In der Lohnabrechnung stellen wir Unterbrechung und Rückkehr, das geänderte Gehalt und die passenden Meldungen um.
Häufige Fragen
Wie lange vorher muss Elternzeit verlangt werden?
Kurz: Für die Zeit bis zum dritten Geburtstag spätestens sieben Wochen vor Beginn, für die Zeit zwischen dem dritten Geburtstag und dem vollendeten achten Lebensjahr spätestens 13 Wochen vorher. Beides steht in § 16 Abs. 1 BEEG, das Verlangen erfolgt in Textform.
Ab wann gilt der Kündigungsschutz?
Kurz: Ab dem Zeitpunkt, von dem an Elternzeit verlangt worden ist, frühestens acht Wochen vor Beginn einer Elternzeit bis zum dritten Geburtstag. Für eine Elternzeit zwischen dem dritten Geburtstag und dem vollendeten achten Lebensjahr nennt § 18 Abs. 1 BEEG frühestens 14 Wochen vor Beginn.
Darf während der Elternzeit gearbeitet werden?
Kurz: Ja, bis zu 32 Wochenstunden im Durchschnitt des Monats. So steht es in § 15 Abs. 4 BEEG, eine Teilzeitarbeit bei einem anderen Arbeitgeber braucht nach derselben Vorschrift die Zustimmung des eigenen Arbeitgebers.
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Werte und Fristen für 2026 stehen im Blog-Artikel Elternzeit & Mutterschutz 2026: Arbeitgeberpflichten im Überblick.