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Solidaritätszuschlag 2026: Wer noch zahlt und wer nicht

Kurzfassung

Der Soli beträgt weiterhin 5,5 Prozent auf die Lohnsteuer, ist aber seit 2021 für rund 90 Prozent der Lohnsteuerzahler durch eine hohe Freigrenze entfallen. Für die meisten deiner Mitarbeiter ziehst du also keinen Soli ein. Voll fällig bleibt er bei pauschal versteuertem Arbeitslohn und bei der Körperschaftsteuer von GmbH und UG. Im Lohnsteuerabzug prüft das Lohnprogramm das automatisch über die Lohnsteuertabelle und ELStAM, du musst nichts manuell berechnen.

1. Was der Soli ist und warum er Arbeitgeber betrifft

Der Solidaritätszuschlag ist eine Ergänzungsabgabe, die auf eine andere Steuer aufschlägt, und keine eigene Steuer auf das Gehalt. Erhoben werden 5,5 Prozent auf die festgesetzte Lohnsteuer beziehungsweise Einkommensteuer erhoben. Die Rechtsgrundlage ist das Solidaritätszuschlaggesetz 1995 (SolzG). Eingeführt wurde er 1991, dauerhaft ab 1995, ursprünglich zur Finanzierung der deutschen Einheit.

Als Arbeitgeber behältst du den Soli im Lohnsteuerabzug zusammen mit Lohnsteuer und gegebenenfalls Kirchensteuer von deinen Mitarbeitern ein und führst ihn an das Finanzamt ab. Du berechnest also nicht nur die Lohnsteuer, sondern prüfst auch, ob auf diese Lohnsteuer ein Soli anfällt. Diese Pflicht ergibt sich aus dem Lohnsteuerverfahren in den §§ 38 ff. Einkommensteuergesetz (EStG) in Verbindung mit dem SolzG.

Berechnet wird der Soli auf die Lohnsteuer, nicht auf das Bruttogehalt. Ein Mitarbeiter mit 3.000 Euro brutto zahlt also nicht 5,5 Prozent von 3.000 Euro, sondern 5,5 Prozent von der Lohnsteuer, die für diese 3.000 Euro anfällt. Deshalb liegt der Soli für die meisten Beschäftigten heute bei null Euro.

Merksatz: Soli = 5,5 Prozent auf die Lohnsteuer, nicht auf das Brutto. Solange die Lohnsteuer eines Mitarbeiters unter der Freigrenze bleibt, fällt für ihn gar kein Soli an.

2. Die Teilabschaffung 2021: Was sich geändert hat

Zum 1. Januar 2021 ist der Soli für den Großteil der Steuerzahler weggefallen. Gestrichen wurde er nicht, der Gesetzgeber hat die Freigrenze stark angehoben. Seitdem zahlt nach Angaben des Bundesfinanzministeriums die große Mehrheit der Lohnsteuerzahler keinen Soli mehr. In der öffentlichen Kommunikation ist häufig von rund 90 Prozent die Rede.

Für alle gestrichen wurde der Soli nicht. Er bleibt für Gutverdiener bestehen, deren Lohnsteuer über der Freigrenze liegt, und er bleibt in voller Höhe bei bestimmten Sonderfällen wie der pauschalen Lohnsteuer und der Körperschaftsteuer. Wer also liest, der Soli sei abgeschafft, liegt nur für den Normalfall richtig.

Im März 2025 hat das Bundesverfassungsgericht (Beschluss vom 26. März 2025, Az. 2 BvR 1505/20) die Weitererhebung des Soli als verfassungsgemäß bestätigt. Das Gericht hat entschieden, dass die Ergänzungsabgabe weiter erhoben werden darf, solange ein wiedervereinigungsbedingter Finanzbedarf besteht, mahnte aber eine Beobachtungspflicht des Gesetzgebers an. Bereits 2023 hatte der Bundesfinanzhof in dieselbe Richtung entschieden. Der Soli bleibt also auch 2026 Teil der Lohnabrechnung.

3. Die Soli-Freigrenze 2026 in Zahlen

Die Freigrenze wird jährlich angehoben, parallel zum Grundfreibetrag und zum Tarifverlauf der Einkommensteuer. Maßgeblich ist die festgesetzte Jahres-Einkommensteuer (bei Veranlagung) beziehungsweise die Jahres-Lohnsteuer (im Lohnsteuerabzug), nicht das Gehalt.

Für 2026 gelten laut Solidaritätszuschlaggesetz folgende Jahreswerte: Bis zu einer Einkommensteuer von 20.350 Euro bei Einzelveranlagung und 40.700 Euro bei Zusammenveranlagung wird kein Soli erhoben (Nullzone). Erst oberhalb dieser Grenze setzt er ein, zunächst gleitend, später mit vollen 5,5 Prozent.

Für den Lohnsteuerabzug ist die monatliche Betrachtung wichtiger. Hier rechnet das Lohnprogramm mit monatlichen Freigrenzen, abgeleitet aus den Jahreswerten und unter Berücksichtigung der Steuerklasse. Die monatliche Soli-Freigrenze 2026 beträgt:

Lohnzahlungszeitraum Steuerklasse III Steuerklassen I, II, IV, V, VI
Monatliche Lohnsteuer bis 3.391,67 € 1.695,83 €
Soli darunter 0,00 € 0,00 €

Die Zahlen begrenzen die Lohnsteuer, nicht das Gehalt. Eine monatliche Lohnsteuer von 1.695,83 Euro entspricht je nach Steuerklasse und persönlichen Verhältnissen erst einem recht hohen Bruttogehalt. Für einen typischen Mitarbeiter in Steuerklasse I oder IV mit 3.000 bis 6.000 Euro brutto fällt regelmäßig kein Soli an. Erst deutlich darüber wird die Grenze überschritten.

Wenn du es genau brauchst: Die offiziellen monatlichen Freigrenzen und der gesamte Tarifverlauf stehen im amtlichen Lohnsteuer-Handbuch beim Bundesfinanzministerium. Verlasse dich für die Berechnung aber auf dein zertifiziertes Lohnprogramm, dort sind die Tabellen jährlich aktualisiert hinterlegt.

4. Soli im Lohnsteuerabzug: So läuft es automatisch

Die Soli-Freigrenze musst du weder im Kopf haben noch manuell prüfen. Der Solidaritätszuschlag wird im Lohnsteuerabzug automatisch über die Lohnsteuertabelle und die ELStAM-Daten berücksichtigt. Jedes zertifizierte Lohnprogramm, ob DATEV LODAS, Sage oder Personio, hat die aktuellen Freigrenzen hinterlegt.

Vereinfacht läuft jede Abrechnung so: Das Programm ruft über die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) die Steuerklasse, etwaige Kinderfreibeträge und eingetragene Freibeträge ab. Daraus berechnet es die monatliche Lohnsteuer. Dann prüft es, ob diese Lohnsteuer über der Soli-Freigrenze liegt. Liegt sie darunter, ist der Soli null. Liegt sie darüber, berechnet es den Soli, in der Gleitzone abgemildert, oberhalb mit vollen 5,5 Prozent.

Deine Aufgabe sind die Stammdaten: Stimmen sie nicht, stimmt auch der Soli nicht. Wenn ein Mitarbeiter in der falschen Steuerklasse geführt wird oder ein Freibetrag fehlt, kann das die Lohnsteuer und damit den Soli verzerren. Die eigentliche Arbeit sind korrekte Stammdaten und ein korrekter ELStAM-Abruf. Diesen Teil übernehmen wir, wenn du deine Lohnabrechnung auslagern möchtest.

5. Die Gleitzone oberhalb der Freigrenze

Direkt oberhalb der Freigrenze springt der Soli nicht abrupt auf 5,5 Prozent. Stattdessen gibt es eine Gleitzone (auch Milderungszone genannt), in der er langsam ansteigt. Das verhindert, dass ein Mitarbeiter, der die Freigrenze nur um wenige Euro überschreitet, sofort den vollen Soli zahlen muss. Ohne diese Gleitzone würde ein kleiner Gehaltszuwachs überproportional belasten.

Technisch funktioniert die Gleitzone über eine Begrenzung: In diesem Bereich darf der Soli einen bestimmten Anteil der Differenz zwischen der Lohnsteuer und der Freigrenze nicht überschreiten. Mit steigender Lohnsteuer nähert sich der effektive Soli-Satz dann schrittweise den regulären 5,5 Prozent an. Erst oberhalb der Gleitzone wird der volle Satz fällig.

Für die Praxis musst du diese Mechanik nicht selbst nachrechnen. Taucht auf der Abrechnung eines gut verdienenden Mitarbeiters ein kleiner, mit dem Gehalt wachsender Soli-Betrag auf, ist das die Gleitzone und kein Fehler. Erst bei sehr hohen Gehältern erreicht der Soli den vollen Wert von 5,5 Prozent der Lohnsteuer.

Beispielhafte Einordnung: Bei einem Single in Steuerklasse I greift die volle Soli-Belastung erst bei einem Bruttojahresgehalt im sechsstelligen Bereich. Zwischen Freigrenze und vollem Satz liegt die Gleitzone, in der die Belastung gedämpft ist. Die exakten Schwellen ändern sich jährlich mit dem Steuertarif.

6. Voll fällig: pauschal versteuerter Arbeitslohn

Diesen Teil übersehen Arbeitgeber in der Lohnpraxis am häufigsten. Die Freigrenze gilt nur für die individuell nach Steuerklasse berechnete Lohnsteuer. Sie gilt nicht für pauschal versteuerten Arbeitslohn. Immer wenn du als Arbeitgeber die Lohnsteuer pauschal ermittelst, werden auf diese Pauschalsteuer weiterhin 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag fällig, unabhängig vom übrigen Gehalt des Mitarbeiters.

Typische Fälle pauschaler Lohnsteuer, bei denen der Soli mitläuft:

  • Pauschalierung mit 25 Prozent, etwa bei kurzfristiger Beschäftigung, bestimmten Sachzuwendungen oder Erholungsbeihilfen
  • Pauschalierung mit 15 Prozent, etwa bei Fahrtkostenzuschüssen zum Arbeitsweg
  • Pauschsteuer nach § 37b EStG mit 30 Prozent für betrieblich veranlasste Sachzuwendungen und Geschenke an Mitarbeiter oder Geschäftspartner

Auf all diese Pauschalsteuern schlägst du 5,5 Prozent Soli auf. Beispiel: Du pauschalierst eine Sachzuwendung mit 30 Prozent, die Pauschalsteuer beträgt 300 Euro. Darauf fallen 16,50 Euro Soli an (5,5 Prozent von 300 Euro). Der Betrag ist klein, die Pflicht besteht trotzdem, und eine Lohnsteueraußenprüfung rechnet genau das nach.

Häufiger Stolperstein: Wer pauschal versteuert, denkt oft, mit dem Soli sei man wegen der Freigrenze durch. Das ist falsch. Bei pauschaler Lohnsteuer nach festen Sätzen gibt es keine Freigrenze, der Soli von 5,5 Prozent läuft immer mit. Im Lohnprogramm ist das korrekt hinterlegt, problematisch wird es nur, wenn pauschale Vorgänge außerhalb des Programms abgerechnet werden.

Sonderfall Minijob: Pauschsteuer von 2 Prozent

Eine Ausnahme: Bei der einheitlichen Pauschsteuer von 2 Prozent für Minijobs ist der Solidaritätszuschlag bereits enthalten. Diese 2 Prozent decken Lohnsteuer, Soli und Kirchensteuer pauschal ab und werden über die Minijob-Zentrale abgeführt. Hier rechnest du also keinen zusätzlichen Soli obendrauf. Das gilt aber nur für die 2-Prozent-Pauschsteuer, nicht für die alternative Pauschalierung mit 20 Prozent, die über das Finanzamt läuft.

7. Soli bei GmbH, UG und Kapitalerträgen

Die Teilabschaffung von 2021 betraf ausschließlich die Einkommensteuer und damit die Lohnsteuer von Arbeitnehmern. Für Kapitalgesellschaften bleibt der Soli in voller Höhe bestehen. Auf die Körperschaftsteuer einer GmbH oder UG werden weiterhin 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag erhoben, ohne Freigrenze, ohne Gleitzone.

Als Geschäftsführer hast du es mit zwei Ebenen zu tun. Auf der Ebene deiner Mitarbeiter (Lohnsteuer) ist der Soli für die meisten weg. Auf der Ebene deiner Gesellschaft (Körperschaftsteuer) zahlst du ihn voll. Ein Beispiel: Festgesetzte Körperschaftsteuer von 30.000 Euro bedeutet 1.650 Euro Soli zusätzlich (5,5 Prozent von 30.000 Euro). Berechnet wird das in der Körperschaftsteuererklärung, die dein Steuerberater macht, nicht in der Lohnabrechnung.

Ebenfalls voll bestehen bleibt der Soli auf Kapitalerträge. Wenn deine GmbH oder UG einen Gewinn ausschüttet, wird auf die Abgeltungsteuer von 25 Prozent zusätzlich der Soli von 5,5 Prozent erhoben. Auch hier gibt es keine Freigrenze wie bei der Lohnsteuer. Als Gesellschafter-Geschäftsführer zahlst du den Soli also weiter, nur an anderer Stelle als im Lohnzettel.

Worauf der Soli berechnet wird Freigrenze? Soli-Satz 2026
Lohnsteuer (individuell, Arbeitnehmer) Ja, hohe Freigrenze 0 % bis 5,5 % (über Freigrenze)
Pauschale Lohnsteuer (z. B. 15/25/30 %) Nein 5,5 %
Minijob-Pauschsteuer 2 % Soli bereits enthalten 0 % zusätzlich
Körperschaftsteuer (GmbH, UG) Nein 5,5 %
Abgeltungsteuer (Kapitalerträge) Nein 5,5 %

8. Typische Fälle aus der Lohnpraxis

Drei Konstellationen zeigen, wann der Soli in deiner Abrechnung auftaucht und wann nicht.

Fall 1: Mitarbeiter mit 3.800 Euro brutto, Steuerklasse IV

Die monatliche Lohnsteuer liegt deutlich unter der Freigrenze von 1.695,83 Euro. Ergebnis: kein Soli. Auf der Abrechnung steht beim Solidaritätszuschlag 0,00 Euro. Das ist der Normalfall für die große Mehrheit der Beschäftigten in einem KMU.

Fall 2: Führungskraft mit hohem Gehalt, Steuerklasse I

Hier kann die monatliche Lohnsteuer über die Freigrenze steigen. Auf der Abrechnung erscheint dann zunächst ein kleiner Soli-Betrag aus der Gleitzone, der mit dem Gehalt wächst. Erst bei sehr hohen Bezügen erreicht er den vollen Satz von 5,5 Prozent der Lohnsteuer. Wenn ein Mitarbeiter fragt, warum plötzlich Soli auf seiner Abrechnung steht, ist das die Erklärung: Die Lohnsteuer hat die Freigrenze überschritten.

Fall 3: Sachzuwendung an alle Mitarbeiter, pauschal versteuert

Du verschenkst zu Weihnachten Sachzuwendungen und versteuerst sie pauschal mit 30 Prozent nach § 37b EStG. Auf die Pauschalsteuer fallen 5,5 Prozent Soli an, unabhängig davon, dass für die individuellen Gehälter dieser Mitarbeiter kein Soli anfällt. Diese beiden Ebenen werden getrennt betrachtet. Der Soli auf die Pauschalsteuer ist klein, aber er gehört in die Lohnsteueranmeldung.

Praxisbezug: In der monatlichen Lohnabrechnung erledigt das Programm die Soli-Berechnung korrekt, solange die Stammdaten passen und pauschale Vorgänge erfasst werden. Probleme entstehen bei Sonderfällen wie pauschal versteuerten Boni, die jemand außerhalb des Systems abwickelt, und kaum in der laufenden Abrechnung.

9. Häufige Fehler und Missverständnisse

Die Beträge sind oft klein, die Missverständnisse zahlreich. Vier kommen besonders oft vor.

"Der Soli ist doch abgeschafft."

Nur teilweise. Für die individuelle Lohnsteuer der meisten Arbeitnehmer stimmt das, aber bei pauschaler Lohnsteuer und bei der Körperschaftsteuer ist er voll da. Wer pauschal versteuert und den Soli weglässt, macht einen Fehler, der bei der Lohnsteueraußenprüfung auffällt.

Soli auf das Brutto statt auf die Lohnsteuer rechnen

Der Soli sind 5,5 Prozent der Lohnsteuer, nicht des Bruttogehalts. Wer das verwechselt, kommt auf falsche Beträge. Prüfst du eine Abrechnung von Hand, geh von der Lohnsteuer aus.

Freigrenze mit Freibetrag verwechseln

Eine Freigrenze ist kein Freibetrag. Bei einer Freigrenze gilt: Wird sie überschritten, ist nicht nur der übersteigende Teil belastet, sondern grundsätzlich der gesamte Betrag, allerdings durch die Gleitzone abgemildert. Bei einem Freibetrag bliebe dagegen der Teil bis zur Grenze immer steuerfrei. Der Soli hat eine Freigrenze mit Gleitzone.

Soli in der Lohnsteueranmeldung vergessen

Der einbehaltene Soli (etwa aus Gutverdiener-Gehältern oder aus pauschaler Lohnsteuer) muss in die Lohnsteueranmeldung und wird mit ans Finanzamt abgeführt. Das läuft im Lohnprogramm automatisch, kann aber bei manueller Nacherfassung pauschaler Vorgänge untergehen. Bist du unsicher, ob die Soli-Behandlung in deinem Betrieb stimmt, klär das mit dem Steuerberater oder einem spezialisierten Lohndienstleister.

Wann du fachlichen Rat brauchst: Bei reinen Standard-Gehältern ist der Soli unkritisch. Sobald du regelmäßig pauschal versteuerst, Sachzuwendungen nach § 37b EStG abrechnest oder Gesellschafter-Geschäftsführer-Gehälter im hohen Bereich hast, lohnt eine fachliche Prüfung. Hier geht es weniger um die Lohnsteuer selbst als um die korrekte Erfassung aller Pauschalvorgänge.

10. Häufige Fragen (FAQ)

Muss ich als Arbeitgeber 2026 noch Solidaritätszuschlag abführen?

In den meisten Fällen nicht für die individuelle Lohnsteuer, aber sehr wohl bei pauschaler Lohnsteuer. Seit 2021 entfällt der Soli für rund 90 Prozent der Lohnsteuerzahler, weil eine hohe Freigrenze gilt. Erst wenn die monatliche Lohnsteuer eines Mitarbeiters über der Freigrenze liegt, zieht das Lohnprogramm wieder Soli ein. Bei pauschal versteuertem Arbeitslohn bleiben die 5,5 Prozent dagegen immer fällig.

Wie hoch ist die Soli-Freigrenze 2026?

20.350 Euro Jahres-Einkommensteuer für Singles, 40.700 Euro bei Zusammenveranlagung. Im monatlichen Lohnsteuerabzug entspricht das einer Freigrenze von 1.695,83 Euro Lohnsteuer in den Steuerklassen I, II, IV, V und VI sowie 3.391,67 Euro in der Steuerklasse III. Bezugsgröße ist immer die Lohnsteuer, nicht das Bruttogehalt.

Wird der Soli bei Minijobs und pauschal versteuertem Lohn fällig?

Bei der 2-Prozent-Pauschsteuer für Minijobs ist der Soli schon enthalten, bei anderen Pauschalierungen fällt er voll an. Die einheitliche Pauschsteuer von 2 Prozent über die Minijob-Zentrale deckt Lohnsteuer, Soli und Kirchensteuer ab. Bei pauschaler Lohnsteuer nach festen Sätzen, etwa 25 Prozent auf kurzfristige Beschäftigung oder 30 Prozent nach § 37b EStG, gilt die Freigrenze nicht: Auf diese Pauschalsteuer werden weiterhin 5,5 Prozent Soli erhoben.

Muss ich die Soli-Freigrenze selbst berechnen?

Nein, das macht dein Lohnprogramm automatisch. Die Freigrenze und die Gleitzone darüber sind in den Lohnsteuertabellen und in jedem zertifizierten Lohnprogramm hinterlegt. Du musst nichts manuell prüfen. Wichtig ist nur, dass Steuerklasse, Kinderfreibeträge und Freibeträge über die ELStAM korrekt abgerufen werden, denn diese Werte bestimmen die Höhe der Lohnsteuer und damit, ob Soli anfällt.

Fällt der Soli für GmbH und UG weg?

Nein, auf die Körperschaftsteuer bleiben volle 5,5 Prozent. Die Freigrenze gilt nur für die Einkommensteuer und damit für die Lohnsteuer von Arbeitnehmern. Auf die Körperschaftsteuer einer GmbH oder UG werden weiterhin 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag erhoben. Auch auf Kapitalerträge, etwa Gewinnausschüttungen, bleibt der Soli über die Abgeltungsteuer bestehen.

Warum steht auf manchen Abrechnungen trotzdem ein Soli-Betrag?

Weil die Lohnsteuer dieses Mitarbeiters die Freigrenze überschreitet. Das betrifft Beschäftigte mit hoher Lohnsteuer, häufig in der Steuerklasse VI bei Zweitjobs oder bei sehr hohen Gehältern. Direkt oberhalb der Freigrenze greift eine Gleitzone, in der der Soli langsam ansteigt, statt sofort auf 5,5 Prozent zu springen. Auf der Abrechnung erscheint dann ein kleiner Soli-Betrag, der mit steigendem Gehalt wächst.

11. Fazit

Der Solidaritätszuschlag ist 2026 für die meisten deiner Mitarbeiter kein Thema mehr. Solange die individuelle Lohnsteuer unter der Freigrenze bleibt, und das ist bei normalen Gehältern in einem KMU die Regel, fällt kein Soli an. Das Lohnprogramm prüft das automatisch über die Lohnsteuertabelle und die ELStAM-Daten, du musst nichts manuell rechnen.

Aufpassen musst du an drei Stellen: bei Gutverdienern, deren Lohnsteuer über der Freigrenze liegt (dann greift erst die Gleitzone, später der volle Satz), bei pauschal versteuertem Arbeitslohn (dort sind 5,5 Prozent Soli ohne Freigrenze immer fällig) und auf der Ebene deiner Gesellschaft, wo der Soli auf Körperschaftsteuer und Ausschüttungen voll bestehen bleibt. Behältst du diese drei Fälle im Blick, stimmt der Soli.

Willst du sicher sein, dass die Soli-Behandlung in deiner Lohnabrechnung stimmt, auch bei pauschalen Vorgängen, schauen wir uns das gemeinsam an. Wir rechnen in DATEV über Partner-Kanzleien, in Sage, Agenda oder Personio ab und übergeben die Lohnbuchungen monatlich im DATEV-Format an deinen Steuerberater.

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Tino Werner, HR- & Payroll Manager
Tino Werner Geschäftsführer
HR- & Payroll Manager · Lohnklar

Tino Werner berät Startups und KMU zu Lohnabrechnung, HR-Aufbau und Payroll-Prozessen.

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