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Vergleich · Stand Mai 2026

Payroll-Anbieter im Vergleich 2026: Preise, Software, Ansprechperson

Wer macht die Lohnabrechnung für dein Unternehmen am besten? Ein direkter Vergleich von fünf typischen Optionen für KMU und Startups in Deutschland: mit harten Zahlen, Pro und Contra und einer Entscheidungshilfe.

Geschrieben von Tino Werner · HR- & Payroll Manager bei Lohnklar UG · Stand 22. Mai 2026
Kurzfassung

Für die meisten KMU passt 2026 eine spezialisierte Boutique besser als Steuerberater oder Festpreis-Plattform. Hier die Kurzempfehlung nach Mitarbeiterzahl.

1 bis 10 MA
Boutique oder Festpreis-Plattform. Beides geht. Wichtig: keine 12-Monats-Bindung, schnell aufgesetzt.
10 bis 50 MA
Boutique mit DATEV-Anbindung. Dein Steuerberater behält die Buchhaltung, den Lohn macht die Boutique.
50 bis 150 MA
Boutique mit Branchen-Expertise. Wenn euer Lohn sehr standardisiert ist, kann auch Paychex passen.
ab 150 MA
Eigene Stelle ist meist günstiger. Plus eine externe Boutique für Urlaub und Krankheit, sonst steht alles still.
Und wann lohnt sich doch der Steuerberater? Wenn Buchhaltung, Jahresabschluss und Lohn alles aus einer Hand kommen. Preislich liegt eine Boutique meistens 30 bis 50 Prozent unter den Steuerberater-Sätzen für reine Lohnarbeit, aber dafür hast du zwei Ansprechpartner.

Vergleichstabelle: 5 Payroll-Optionen für KMU 2026

Verglichen werden hier fünf typische Optionen, die Geschäftsführer von KMU und Startups in Betracht ziehen, wenn sie ihre Lohnabrechnung neu organisieren. Alle Daten stand Mai 2026 nach öffentlich verfügbaren Quellen und Erfahrungswerten aus zahlreichen Beratungsgesprächen mit Mandanten.

Lohnklar (Boutique) DATEV-Steuerberater Lohn24 Paychex Inhouse-Lohnbuchhalter
Preis pro Mitarbeiter und Monat 15,00 € bis 500 MA, dann 19,90 € 25–35 € ab 16 € (Festpreis) auf Anfrage (typ. 18–28 €) Vollkosten Stelle: ab 35.000 €/Jahr
Einmalige Setup-Pauschale 150 € (≤250 MA) · 500 € (251–500 MA) · 1.500 € (501+ MA) oft 500–2.000 €, je Kanzlei auf Anfrage variabel, oft 1.000–3.000 € entfällt (Recruiting-Kosten extra)
Setup-Dauer bis Übernahme 3–6 Wochen 4–12 Wochen 2–4 Wochen 6–12 Wochen Recruiting + Einarbeitung: 3–6 Monate
Software DATEV DATEV (LODAS oder Lohn & Gehalt) Eigene Cloud-Plattform Eigene Plattform mit DATEV-Export Nach Wahl (DATEV, Sage, Agenda, Personio)
Feste Ansprechperson Ja, fester Bearbeiter plus eingearbeitete Vertretung Je nach Kanzlei (oft wechselnd) Service-Team (kein fester Bearbeiter) Dedizierter Account-Manager ab 50 MA Eigener Mitarbeiter intern
Kommunikationskanäle Slack, WhatsApp, E-Mail, Telefon DATEV-Rückfragepost, E-Mail, Termin Service-Portal, E-Mail Portal, E-Mail, Hotline Persönlich vor Ort
Mindest-Unternehmensgröße ab 1 Mitarbeiter ab 1 Mitarbeiter ab 1 Mitarbeiter ab 20 Mitarbeitern empfohlen ab ca. 150 Mitarbeitern wirtschaftlich
Vertragslaufzeit 3-Monats-Kündigungsfrist Meist 12 Monate Jährliche Kündigung 12-24 Monate Festanstellung
DSGVO-Konformität Ja, DATEV-Rechenzentrum Nürnberg (BSI C5) Ja, DATEV-Standard Ja, EU-Hosting Ja, EU-Hosting Eigene Verantwortung
Branchen-Spezialisierung Startups, KMU, Gastro, Handwerk, Pflege, Agenturen Variiert je Kanzlei Branchenneutral Größere Mittelständler Je nach Mitarbeiter-Erfahrung
Geeignet für Wachstum? Ja, skaliert 1–500 MA Ja, aber Preise wachsen mit Ja, automatisierte Plattform Ja, optimiert ab KMU-Größe Bei starkem Wachstum braucht es mehr Stellen

Quellenhinweis: Eigene Preisliste Lohnklar (Mai 2026), öffentliche Preise Lohn24 (lohn24.de), öffentliche Daten Paychex.de, branchentypische Steuerberater-Sätze laut Steuerberatergebührenverordnung (StBVV § 33).

Die fünf Optionen im Detail

Spezialisierte Boutique

Lohnklar

in DATEV, feste Ansprechperson, monatlich abrechenbar. Ab 15,00 € pro Mitarbeiter und Monat, Setup-Pauschale ab 150 Euro einmalig.

  • Feste Person pro Kunde, kein Bearbeiterwechsel
  • Kommunikation über Slack, WhatsApp, Telefon
  • DATEV, ohne dass du eine eigene Lizenz halten musst
  • Übernahme zum Beginn des nächsten Monats
  • Spezialisiert nur auf Lohn und HR
  • Keine Buchhaltung oder Steuererklärung (dafür Steuerberater nötig)
  • Bewusst klein (4 Personen), keine 24/7-Hotline
Klassisch

DATEV-Steuerberater

Lohnabrechnung als Zusatzleistung zur Steuerberatung.

  • Lohn, Buchhaltung und Steuer beim selben Anbieter
  • Persönlicher Berater-Kontakt
  • Etabliertes System mit Haftungssicherheit
  • Höhere Preise (25–35 €/MA/Monat)
  • Oft wechselnde Bearbeiter je nach Kanzlei-Auslastung
  • Lohnabrechnung ist Nebenprodukt, nicht Kerngeschäft
  • Kommunikation oft per DATEV-Post statt Chat
Skalierte Plattform

Lohn24

Standardisierter Festpreis-Service, deutschlandweit.

  • Klarer Festpreis ab 16 €/MA/Monat
  • Schnelles Onboarding (2–4 Wochen)
  • Etablierter Anbieter mit 2.500+ Mandanten
  • Kein fester Bearbeiter, sondern Service-Team
  • Bei komplexen Spezialfällen Standardprozesse
  • Eigene Plattform, nicht in DATEV
International

Paychex Deutschland

US-Konzern mit deutscher Niederlassung, 6.500+ Kunden in DE.

  • Optimiert für Mittelstand und größere Unternehmen
  • Dedizierter Account-Manager ab 50 MA
  • Integrationen für HR-Software (Personio, HiBob)
  • Preise nur auf Anfrage (typ. 18–28 €/MA/Monat)
  • Längeres Onboarding (6–12 Wochen)
  • Längere Vertragslaufzeiten (12–24 Monate)
  • Für KMU unter 20 MA überdimensioniert
Inhouse

Eigener Lohnbuchhalter

Festanstellung im eigenen Unternehmen.

  • Volle Kontrolle und tägliche Verfügbarkeit
  • Kennt das Unternehmen aus erster Hand
  • Wirtschaftlich ab ca. 150 Mitarbeitern
  • Vollkosten ab 35.000 €/Jahr (inkl. AG-SV)
  • Krankheits- und Urlaubsvertretung selbst organisieren
  • Recruiting + Einarbeitung dauert 3–6 Monate
  • Eigene DATEV-Lizenz und IT nötig

Welche Option passt zu dir? Entscheidungshilfe

Du bist Startup mit 1–10 Mitarbeitern

Du brauchst Flexibilität, willst keine 12-Monats-Bindung und keinen separaten Steuerberater nur für Lohn. Du arbeitest remote und kommunizierst lieber per Slack als per Postweg.

Empfehlung: Spezialisierte Boutique (z.B. Lohnklar) oder Festpreis-Plattform (Lohn24). Boutique gewinnt bei Wunsch nach Beratung, Plattform bei reinem Volumengeschäft.

Du bist KMU mit 10–50 Mitarbeitern

Du hast bereits einen Steuerberater für Buchhaltung und Jahresabschluss, möchtest aber die Lohnabrechnung effizienter und günstiger abwickeln. Eine eigene HR-Stelle lohnt sich noch nicht.

Empfehlung: Spezialisierte Boutique mit DATEV-Anbindung. So bleibt dein Steuerberater zuständig für Buchhaltung, du sparst aber 30–50% gegenüber dessen Lohnabrechnungs-Sätzen.

Du bist Mittelständler mit 50–150 Mitarbeitern

Du hast komplexere HR-Themen (Schichten, Zuschläge, Branchentarife), möglicherweise eine eigene kleine HR-Abteilung und brauchst dedizierte Erreichbarkeit.

Empfehlung: Boutique mit Branchen-Expertise (Pflege, Bau, Gastro) oder Paychex/ADP für volumenstarke Standard-Lohnabrechnung mit Account-Manager.

Du bist Mittelständler ab 150 Mitarbeitern

Du brauchst tägliche HR-Präsenz, hast bereits eine Personalabteilung und willst Lohnabrechnung nah am operativen HR-Team haben.

Empfehlung: Inhouse-Lohnbuchhalter (1 Stelle pro 100–150 MA) plus Backup über externe Boutique für Vertretung in Urlaubs- und Krankheitszeiten.

Fünf häufige Käuferfehler bei der Anbieterwahl

Die Fehler hier sehen wir regelmäßig bei Erstgesprächen mit neuen Mandanten, die schon zwei oder drei Anbieter durch haben. Wer das vermeidet, spart sich den nächsten Wechsel.

Fehler 1

Nur auf den Preis pro Mitarbeiter schauen

Der €/MA-Wert ist nur ein Teil der Rechnung. Setup-Pauschale, Vertragslaufzeit, Aufschläge für Sondervorgänge und Trennungskosten kommen dazu. Beispiel: 12 €/MA klingt günstiger als 16 €/MA. Aber bei 3.000 € Setup gegen 200 € Setup bist du nach zwei Jahren teurer dran.

Fehler 2

„Ab"-Preise als Festpreise verstehen

„Ab 12 €/MA" ist der günstigste Tarif für Standardfälle ohne Komplexität. Sobald Schichtzulagen, BAV, Sachbezüge, Pfändungen oder Direktversicherungen dazukommen, greifen Aufschläge. Wir empfehlen: vom Anbieter direkt den Realpreis für deine Konstellation einfordern, nicht nur den Lockpreis.

Fehler 3

Vertretung nicht klären

Einzelpersonen-Boutiquen ohne dokumentierte Vertretung sind ein Risiko. Was passiert, wenn dein Bearbeiter zwei Wochen Urlaub hat oder krank wird? Frag konkret: Wer übernimmt, mit welcher Vorlaufzeit, mit welchem Wissensstand. Bei uns: Tino als Hauptperson, Melanie als eingearbeitete Vertretung. Beide haben Zugriff auf alle Daten.

Fehler 4

Software-Kompatibilität ignorieren

Wenn dein Steuerberater in DATEV arbeitet und dein neuer Payroll-Anbieter eine eigene Cloud-Plattform fährt, läuft die monatliche Buchung über Umwege. Datenmigration und Reporting werden mühsamer. Frag direkt im Erstgespräch: gibt es einen DATEV-LODAS-Export, und kostet der extra?

Fehler 5

Nur einen Anbieter ansprechen

Wer nur ein Angebot hat, hat keinen Vergleich. Sprich mit zwei oder drei Anbietern und stell allen die gleichen Fragen (Preis, Vertretung, Reaktionszeit, Software, Vertragslaufzeit). Wie offen jemand im Erstgespräch antwortet, sagt mehr über die spätere Zusammenarbeit als jeder Hochglanzprospekt.

Mini-Rechner: Was kosten dich die Optionen?

Schieb den Regler auf deine Mitarbeiterzahl und du siehst, was die vier outsourcbaren Optionen pro Jahr kosten würden. Werte beruhen auf öffentlichen Preislisten und branchentypischen Sätzen, Stand Mai 2026.

1 MA 250 500 750 MA
Lohnklar (Boutique)
375 €/Monat
+ 150 € einmalig Setup
12 Monate: 4.650 €
DATEV-Steuerberater
750 €/Monat
+ ca. 800 € Setup
12 Monate: 9.800 €
Schätzung 30 €/MA, kanzlei-abhängig
Lohn24 (Festpreis)
400 €/Monat
Setup auf Anfrage
12 Monate: 4.800 €
Inhouse-Lohnbuchhalter
2.917 €/Monat Vollkosten
Recruiting + Einarbeitung extra
12 Monate: 35.000 €
Wirtschaftlich erst ab ca. 150 MA

Beispielwerte ohne Gewähr. Preise variieren je nach Branche, Komplexität und Sondervorgängen. Verbindliche Angebote im Erstgespräch.

Häufige Fragen zum Anbieter-Vergleich

Welcher Payroll-Anbieter ist 2026 der günstigste für KMU?

Kurz: Spezialisierte Boutiquen wie Lohnklar (15,00 € pro MA und Monat bis 500 MA) und Lohn24 (ab 16 € Festpreis) sind günstiger als Steuerberater (25-35 €/MA) und Inhouse-Vollkosten (ab 35.000 €/Jahr). Paychex liegt im mittleren Bereich, lohnt sich erst ab 50–500 Mitarbeitenden.

Wann lohnt sich ein Steuerberater statt einer Boutique?

Kurz: Wenn Buchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärung ohnehin beim selben Anbieter laufen sollen und Lohnabrechnung nur ein Nebenprodukt ist. Nachteile: höhere Preise pro Lohnabrechnung, oft wechselnde Bearbeiter, lange Reaktionszeiten.

Wann lohnt sich ein Inhouse-Lohnbuchhalter?

Kurz: Faustregel ab 150-200 Mitarbeitern. Vollkosten einer eigenen Stelle (35.000-50.000 € pro Jahr inkl. Arbeitgeber-SV) liegen ab dieser Größe unter den Outsourcing-Kosten. Plus tägliche HR-Präsenz nötig.

Was unterscheidet eine Payroll-Boutique vom Steuerberater?

Kurz: Drei Punkte: Boutique macht nur Lohn und HR (kein Buchhaltung-Beifang), feste Ansprechperson statt wechselnder Bearbeiter, Kommunikation über Slack/WhatsApp/Telefon statt DATEV-Post.

Sind alle Anbieter DSGVO-konform?

Kurz: Ja. Alle hier verglichenen Anbieter verarbeiten Daten in deutschen oder EU-Rechenzentren. DATEV nutzt Rechenzentren in Nürnberg (BSI C5). AVV nach Art. 28 DSGVO mit jedem Anbieter abschließen.

Klingt nach Boutique?

30 Minuten, kostenfrei. Du erfährst, ob Lohnklar zu deinem Unternehmen passt oder welcher der anderen vier Anbieter besser geeignet wäre.

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