Sozialversicherungspflicht
Kurz: Pflicht, Beiträge zur gesetzlichen Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zu zahlen. Gilt grundsätzlich für alle abhängig Beschäftigten.
Definition und Bedeutung
Wer im Sinne von § 7 SGB IV abhängig beschäftigt ist, unterliegt der Sozialversicherungspflicht. Beiträge tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte (mit Ausnahmen wie dem Kinderlosenzuschlag in der Pflegeversicherung, den die Beschäftigten allein tragen). Ausnahmen gelten unter anderem für kurzfristig Beschäftigte und für Selbstständige (außer Sonderregeln). Minijobber sind in Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei, in der Rentenversicherung aber versicherungspflichtig, sofern sie sich nicht befreien lassen. Die Statusfeststellung erfolgt im Zweifel durch die DRV.
Rechtsgrundlage: § 7 SGB IV
Was das Gesetz sagt
Ausgangspunkt ist der Begriff der Beschäftigung in § 7 SGB IV:
„Beschäftigung ist die nichtselbständige Arbeit, insbesondere in einem Arbeitsverhältnis. Anhaltspunkte für eine Beschäftigung sind eine Tätigkeit nach Weisungen und eine Eingliederung in die Arbeitsorganisation des Weisungsgebers.“§ 7 Abs. 1 SGB IV
Die Beiträge aus einer solchen Beschäftigung zahlt der Arbeitgeber gesammelt. § 28d SGB IV nennt das den Gesamtsozialversicherungsbeitrag, zu dem die Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung, zur Arbeitsförderung und zur Pflegeversicherung gehören. Wer die Beiträge trägt, steht für die Krankenversicherung in § 249 SGB V:
„Beschäftigte, die nach § 5 Absatz 1 Nummer 1 oder Nummer 13 versicherungspflichtig sind, und ihre Arbeitgeber tragen die nach dem Arbeitsentgelt zu bemessenden Beiträge jeweils zur Hälfte.“§ 249 Abs. 1 Satz 1 SGB V
In der Pflegeversicherung gilt nach § 58 Abs. 1 SGB XI dasselbe, mit einer Ausnahme: „Den Beitragszuschlag für Kinderlose nach § 55 Absatz 3 Satz 1 tragen die Beschäftigten.“ Ob im Einzelfall eine Beschäftigung vorliegt, entscheidet auf Antrag die Deutsche Rentenversicherung Bund nach § 7a SGB IV „auf Grund einer Gesamtwürdigung aller Umstände des Einzelfalles“.
Beispiel 2026
Unterhalb von 603 € gelten die Regeln für Minijobs, zwischen 603,01 und 2.000 € die für den Übergangsbereich. Wer regelmäßig mehr als die Jahresarbeitsentgeltgrenze verdient, kann in der Krankenversicherung versicherungsfrei sein. Die Beiträge berechnen und melden wir bei Lohnklar mit jeder Abrechnung.
Häufige Fragen
Wer gilt als sozialversicherungspflichtig beschäftigt?
Kurz: Wer nichtselbständige Arbeit leistet, vor allem in einem Arbeitsverhältnis. Als Anhaltspunkte nennt § 7 Abs. 1 SGB IV eine Tätigkeit nach Weisungen und die Eingliederung in die Arbeitsorganisation des Weisungsgebers.
Wer zahlt den Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung?
Kurz: Beschäftigte und Arbeitgeber je zur Hälfte. § 249 Abs. 1 SGB V verteilt die nach dem Arbeitsentgelt bemessenen Beiträge hälftig, beim durchschnittlichen Zusatzbeitrag 2026 von 2,9 % sind das je 1,45 %.
Wer entscheidet im Zweifel, ob eine Beschäftigung vorliegt?
Kurz: Auf Antrag die Deutsche Rentenversicherung Bund. Nach § 7a SGB IV können die Beteiligten dort eine Entscheidung beantragen, ob eine Beschäftigung oder eine selbständige Tätigkeit vorliegt.
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