Geht es um HR und nicht um Lohn? Dafür gibt es HRklar, dasselbe Team. Nur HR? Macht HRklar. Zu HRklar (öffnet in neuem Tab)

DATEV Lodas auslagern: Was es kostet und wann es sich rechnet

Kurzfassung

DATEV Lodas selbst zu betreiben kostet Unternehmen mit 25 Mitarbeitern realistisch 5.500–6.500 Euro pro Jahr, Lizenz, Pflichtmitgliedschaft, Rechenzentrum und interner Personalaufwand zusammengerechnet. Externe Payroll-Dienstleister liegen bei vergleichbarer Leistung oft knapp darüber. Dafür tragen sie die Haftung, halten die Abrechnung bei Gesetzesänderungen aktuell und springen ein, wenn deine Lohnkraft krank wird oder geht. Der Break-even liegt je nach Komplexität zwischen 10 und 30 Mitarbeitern.

Wer DATEV Lodas selbst betreibt, sieht auf der Rechnung nur die Lizenzgebühr. Dazu kommen Pflichtmitgliedschaft, Rechenzentrum und die halbjährlichen Updates. Den größten Posten trägt der eine Mitarbeiter, der die Abrechnung macht und meist keine Vertretung hat.

Was kostet DATEV Lodas im Eigenbetrieb, was ein externer Payroll-Dienstleister, und ab wie vielen Mitarbeitern lohnt sich der Wechsel? Die Rechnung unten geht von 25 Mitarbeitern aus.

Was DATEV Lodas im Eigenbetrieb kostet

Das Beispiel: Ein Unternehmen mit 25 Mitarbeitern betreibt DATEV Lodas selbst. Die Buchhaltung läuft über den Steuerberater, die Lohnabrechnung macht eine kaufmännische Mitarbeiterin mit vier Stunden Aufwand pro Monat.

Kostenposition Kosten/Jahr Anmerkung
DATEV Lodas Lizenz 1.200–1.800 € Je nach Modulen (Basis, Zusatzmodule)
DATEV-Jahresmitgliedschaft ca. 600 € Pflicht für jeden DATEV-Nutzer
DATEV-Rechenzentrum (RZ) 800–1.200 € Hosting bei DATEV eG in Nürnberg
Updates und Schulungen ca. 500 € 2× jährlich Versionsupdate, Online-Kurse
Interner Personalaufwand ca. 2.450 € ~70 Stunden/Jahr à 35 €/h (4h/Monat + 1 Tag Jahresabschluss)
Gesamt (Mitte) 5.550–6.550 € 220–260 € pro Mitarbeiter/Jahr, 18–22 €/Monat

Hinweis zur DATEV-Mitgliedschaft: Die DATEV-Mitgliedschaft ist an einen sogenannten Berufsträger gebunden, also an einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vergleichbar qualifizierten Fachmann. Unternehmen, die DATEV Lodas selbst nutzen, aber keinen qualifizierten DATEV-Berater im Haus haben, befinden sich lizenzrechtlich in einer Grauzone. Externe Payroll-Dienstleister sind hingegen als DATEV-Mitglieder registriert und dürfen die Software legal im Kundenauftrag betreiben.

Die 70 Stunden interner Personalaufwand sind knapp gerechnet. Bei 25 Mitarbeitern brauchst du vier Stunden im Normmonat, in Monaten mit Einstellungen, Austritten, Elternzeit oder Betriebsprüfung deutlich mehr. Dazu kommt ein Tag für Jahresabschluss und Lohnsteuerbescheinigungen.

Was externe Payroll-Dienstleister kosten

Externe Lohnabrechnung gibt es in einer großen Preisspanne. Was du bekommst, hängt vor allem davon ab, ob der Dienstleister in DATEV arbeitet oder mit einem anderen System.

Leistungsmodell Preis pro Mitarbeiter/Monat Typisch für
Basismodell (einfache Abrechnung) 15–20 € Standardfälle, wenig Komplexität
Vollservice in DATEV 20–35 € DATEV-Exportdateien für Steuerberater, Behördenkommunikation
Premium inkl. Beratung 35–50 € Sonderfälle, hoher Sondermeldungsanteil, Expat-Abrechnung

Bei 25 Mitarbeitern und einem Mittelwert von 25 Euro pro Mitarbeiter ergibt sich: 625 Euro/Monat = 7.500 Euro/Jahr. Das sind rund 1.000–2.000 Euro mehr als der Eigenbetrieb.

Beim Dienstleister bezahlst du dafür Posten, die in der Eigenbetriebs-Rechnung fehlen: vollständige Haftungsübernahme für Fehler in der Abrechnung, garantierte Aktualität bei Gesetzesänderungen und die Unabhängigkeit von einer einzelnen Person im eigenen Team.

Lohnabrechnung ohne eigene DATEV-Lizenz

Wir rechnen deine Löhne in DATEV ab, über unsere Partner-Kanzleien oder direkt in deinem System, inklusive Behördenkommunikation und Übergabe an den Steuerberater. Du brauchst dafür keine eigene Lizenz.

30-min-Gespräch vereinbaren

Die versteckten Kosten des Selbstmachens

Die Tabelle oben zeigt die Kosten, die auf einer Rechnung stehen. Teurer werden oft die Posten, die in keiner Buchhaltung auftauchen.

Fehler in der Abrechnung

Ein falsch gemeldeter SV-Beitrag, eine vergessene Beitragssatzdifferenz oder eine falsch zugeordnete Steuerklasse wirken klein. Die Deutsche Rentenversicherung prüft aber rückwirkend bis zu vier Jahre. Ein einzelner Fehler bei einem Mitarbeiter kann im schlimmsten Fall Nachzahlungen und ein Bußgeld nach sich ziehen. Die Haftung trägt dann der Arbeitgeber.

Die Ein-Personen-Abhängigkeit

Wird die Mitarbeiterin, die DATEV Lodas bedient, krank oder kündigt sie, fehlt bei den meisten Unternehmen mit 25 Mitarbeitern eine Vertretung für die Lohnabrechnung. Dann rechnet jemand ohne Vorkenntnisse ab, oder die Gehälter kommen zu spät.

Halbjährliche Updates

DATEV liefert Lodas zweimal im Jahr in neuer Version aus, mit neuen Beitragssätzen und Meldepflichten. Betreibst du die Software selbst, musst du die Updates testen, installieren und die Mitarbeiterin einweisen. Lässt du das liegen, rechnest du mit veralteten Werten ab.

Lizenzrechtliche Grauzone: Viele kleinere Unternehmen wissen nicht, dass die DATEV-Mitgliedschaft an qualifizierte Berufsträger geknüpft ist. Wer das Programm als reines „Lohnabrechnungstool" einsetzt, kann Probleme bekommen, wenn DATEV die Nutzungsberechtigung hinterfragt.

Ab welcher Größe sich Auslagern rechnet

Die Antwort hängt an Mitarbeiterzahl und Personal. Grob lassen sich drei Größen unterscheiden.

Unter 10 Mitarbeitern

Eigene DATEV ist fast nie wirtschaftlich. Die Fixkosten aus Lizenz, Mitgliedschaft und Rechenzentrum sind gleich hoch, egal ob du fünf oder 25 Mitarbeiter abrechnest. Bei kleinen Teams ist der externe Dienstleister fast immer günstiger.

10 bis 30 Mitarbeiter

Hier entscheidet die Zahl der Sonderfälle: Minijobs, Praktikanten, Expats, variabler Lohn. Wer eine qualifizierte Payroll-Kraft im Team hat, die auch andere HR-Aufgaben übernimmt, kann gut intern bleiben. Wer eine kaufmännische Mitarbeiterin mit Teilaufgabe „Lohnabrechnung" hat, wird mit einem Dienstleister günstiger und sicherer.

Über 30 Mitarbeiter

Ab hier lohnt sich eigene DATEV oft wieder, aber nur, wenn eine echte Payroll-Fachkraft im Haus ist. Das setzt eine Stelle von mindestens 20 Stunden pro Woche voraus. Wer das nicht hat, zahlt drauf.

Mitarbeiterzahl Empfehlung Begründung
Unter 10 Extern Fixkosten DATEV nicht amortisierbar
10–30 Kommt drauf an Komplexität und Personalressourcen entscheidend
Über 30 Intern, wenn Payroll-Fachkraft vorhanden Sonst externe Variante effizienter

Der Migrationsprozess in 4 Schritten

Viele Unternehmen scheuen den Wechsel aus Angst vor Datenverlust und einem langen Übergang. Bei einem Dienstleister mit DATEV-LODAS-Zugang bleiben die Daten erhalten, und die Migration läuft in vier Schritten:

Schritt 1: Datenexport aus DATEV Lodas

DATEV Lodas bietet Exportfunktionen für Stammdaten, aktuelle Abrechnungsperioden und historische Jahreswerte. Die Stammdaten (Mitarbeiterdaten, SV-Zuordnungen, Steuermerkmale) lassen sich vollständig exportieren. Historische Abrechnungsdaten können als LODAS-kompatible Datei oder als strukturierter Excel-Export übergeben werden.

Schritt 2: Datenübernahme beim Dienstleister

Ein Dienstleister, der in DATEV arbeitet, importiert die Stammdaten direkt in sein DATEV-System. Niemand muss 25 Mitarbeiter von Hand neu erfassen, und die SV-Geschichte bleibt erhalten. Die historischen Abrechnungsdaten werden für Rückfragen und Jahresauswertungen archiviert.

Schritt 3: Parallelabrechnung für 1–2 Monate

Vor dem offiziellen Go-Live rechnet der Dienstleister parallel: Die Gehälter werden intern noch einmal abgerechnet und die Ergebnisse verglichen. Abweichungen klären beide Seiten, bevor der Dienstleister übernimmt.

Schritt 4: Go-Live und Kündigung der eigenen Lizenzen

Nach dem erfolgreichen Parallellauf übernimmt der Dienstleister vollständig. Jetzt kündigst du die eigene DATEV-Lodas-Lizenz, die Rechenzentrums-Nutzung und die Mitgliedschaft. Wichtig: Kündigungsfristen beachten. Die DATEV-Mitgliedschaft läuft meist bis zum Jahresende und muss mit dreimonatiger Frist gekündigt werden.

Timing: Am einfachsten wechselst du zum Jahreswechsel (Januar), weil dann alle Jahreswerte in einem System liegen. Ein Wechsel zum Quartalsbeginn ist ebenfalls möglich, erfordert aber eine sorgfältige Abgrenzung der SV-Werte. Den Wechselplan findest du auf unserer Seite zur Lohnabrechnung auslagern.

DATEV-Schnittstelle zum Steuerberater bleibt erhalten

Eine häufige Frage vor dem Wechsel: „Was wird aus dem Datenaustausch mit unserem Steuerberater?"

Für den Steuerberater ändert sich nichts. Ein Payroll-Dienstleister, der in DATEV arbeitet, liefert die Buchungsdaten im selben Format, das dein Steuerberater heute schon verwendet (Buchungsstapel, Kontenumsätze, Lohnjournal). Der Steuerberater importiert diese Dateien wie bisher in sein DATEV-System.

Mehr zu den technischen Details der DATEV-Schnittstelle und den gängigen Exportformaten findest du in unserem Artikel: DATEV-Schnittstelle zum Steuerberater: Setup, Formate und Fehler vermeiden.

Willst du komplett ohne eigene DATEV-Lizenz arbeiten, auch ohne die Lizenz deines Steuerberaters, gibt es dafür eigene Outsourcing-Modelle: DATEV-Lohnabrechnung outsourcen: So funktioniert es ohne eigene Lizenz.

Checkliste: Was vor dem Wechsel zu klären ist

Checkliste DATEV-Lodas-Outsourcing

  • Laufende Verträge mit DATEV prüfen: Lizenz, Rechenzentrum, Mitgliedschaft, Kündigungsfristen notieren
  • Datenübergabe DSGVO-konform regeln: Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit dem Dienstleister abschließen
  • Ansprechpartner definieren: Wer im Unternehmen kommuniziert mit dem Dienstleister? Wer gibt Variablen durch?
  • Erstattungsanträge klären: U1/U2 (Mutterschaftsgeld, Krankheit), Kurzarbeitergeld, übernimmt das der Dienstleister?
  • Behördenkommunikation klären: Krankenkassen, Finanzamt, Deutsche Rentenversicherung, wer ist Ansprechpartner?
  • Historische Daten archivieren: Abrechnungshistorie mindestens 10 Jahre aufbewahren (Aufbewahrungspflicht)
  • Übergangsmonat abstimmen: Welcher Monat ist der erste, den der Dienstleister komplett übernimmt?

Häufige Fragen

Die reine Lizenzgebühr liegt bei etwa 100–150 Euro pro Monat (1.200–1.800 Euro/Jahr). Dazu kommen Pflichtmitgliedschaft (ca. 50 Euro/Monat), Rechenzentrums-Nutzung (ca. 70–100 Euro/Monat) sowie Schulungen und interner Personalaufwand. Für Unternehmen mit 25 Mitarbeitern ergibt das Vollkosten von 460–545 Euro pro Monat, also ein Vielfaches der reinen Lizenzgebühr.

Ja. DATEV Lodas bietet Exportfunktionen für Stammdaten und historische Abrechnungsdaten. Ein Dienstleister mit DATEV-LODAS-Zugang kann diese Daten direkt importieren, ohne manuellen Neuaufbau. Abrechnungshistorie, SV-relevante Daten und Jahreswerte bleiben vollständig erhalten. Sorgfalt braucht vor allem die Abgrenzung des Übergangszeitpunkts.

Die Übergabe selbst dauert zwei Wochen: Datenübergabe, Prüfung der Lohnarten und eine Probeabrechnung gegen den letzten Echtmonat. Dazu kommt der Kalender. Der Schnitt gehört auf einen Monatsersten, und viele Anbieter rechnen einen Monat parallel mit. Von der Zusage bis zum ersten eigenen Lohnlauf vergehen deshalb meist ein bis anderthalb Monate. Am besten wechselst du zum Jahreswechsel oder zum Quartalsbeginn, damit sich die Jahreswerte klar abgrenzen lassen. Setups mit vielen Sonderfällen oder großer Mitarbeiterzahl brauchen etwas länger.

Ja. Ein Payroll-Dienstleister, der in DATEV arbeitet, liefert die Buchungsdaten im DATEV-Format direkt an den Steuerberater, wie bisher. Das Exportformat (Buchungsstapel, Lohnjournal, Kontenumsätze) ist identisch. Der Steuerberater importiert die Dateien in sein DATEV-System und merkt in der täglichen Arbeit keinen Unterschied.

Ja, nach dem Go-Live. Zunächst laufen eigene Lizenz und externer Dienst parallel (Testphase). Erst nach erfolgreichem Go-Live kündigst du die DATEV-Mitgliedschaft, die Lodas-Lizenz und ggf. den Rechenzentrumsvertrag. Wichtig: Die DATEV-Mitgliedschaft läuft meist bis zum Jahresende und muss mit dreimonatiger Frist gekündigt werden. Prüf die Fristen früh, damit sich kein Vertrag ungewollt verlängert.

Betreibst du DATEV Lodas selbst und willst deine Vollkosten kennen? Wir rechnen sie mit dir durch und machen dir ein Angebot auf Basis deiner Mitarbeiterzahl und deiner Sonderfälle.

Mehr zum Thema Lohnabrechnung auslagern: der 4-Schritte-Wechselprozess steht auf unserer Serviceseite. Exportformate und häufige Fehler an der DATEV-Schnittstelle erklärt unser Artikel DATEV-Schnittstelle zum Steuerberater.

Tino Werner, HR- & Payroll Manager bei Lohnklar
Tino Werner Geschäftsführer
HR- & Payroll Manager · Lohnklar

Tino Werner betreut Unternehmen bei der Lohnabrechnung und HR-Administration. Lohnklar arbeitet in DATEV, Sage, Agenda und Personio und richtet sich an Startups und KMU, die ihre Payroll-Prozesse professionalisieren wollen.

Der Kalender kommt von Cal.com

Erst wenn du ihn lädst, verbindet sich dein Browser mit Cal.com (Cal.com, Inc., USA). Dabei bekommt Cal.com zum Beispiel deine IP-Adresse und setzt eigene Cookies, es gelten dann die Datenschutzbestimmungen von Cal.com. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Lieber in einem neuen Tab